Concept

Was ist Kreislaufwirtschaft im Facility Management?

Kreislaufwirtschaft dreht sich darum, den Wert von Materialien, Produkten und Rohstoffen so lange wie moeglich zu erhalten. Im Facility Management beruehrt das nahezu jeden Bereich: von Moebeln und Baumaterialien bis hin zu Reinigungsmitteln und Cateringverpackungen. Der Wandel vom linearen Modell (Kaufen-Nutzen-Wegwerfen) hin zum Kreislaufmodell erfordert einen grundlegend anderen Ansatz beim Einkauf, der Nutzung und der Entsorgung.

Deutsche Rahmenbedingungen

Deutschland verfolgt mit der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) das Ziel, bis 2045 eine weitgehend zirkulaere Wirtschaft zu erreichen. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) bildet den gesetzlichen Rahmen und verpflichtet Unternehmen zur Abfallvermeidung nach der fuenfstufigen Abfallhierarchie. Die GEFMA (Deutsche Gesellschaft fuer Facility Management) hat Kreislaufwirtschaft in ihrer Richtlinie GEFMA 160 verankert. Das Bundesumweltministerium foerdert Circular-Economy-Projekte im Bereich Gebaeude und Betrieb. Der VDI-Ausschuss Kreislaufwirtschaft erarbeitet technische Richtlinien fuer die kreislauffaehige Gebaeudebewirtschaftung.

Schlüsselbegriffe

R-Leiter
Hierarchie der Kreislaufstrategien von hochwertig bis niedrigwertig: Refuse, Rethink, Reduce, Reuse, Repair, Refurbish, Remanufacture, Repurpose, Recycle, Recover.
Lineare Wirtschaft
Das traditionelle Modell: Rohstoff gewinnen, Produkt herstellen, nutzen, entsorgen - das Gegenteil des Kreislaufmodells.
Materialpass
Digitale Erfassung aller Materialien in einem Gebaeude oder Produkt, einschliesslich Herkunft, Zusammensetzung und Wiederverwendbarkeit.
Product-as-a-Service
Geschaeftsmodell, bei dem der Lieferant Eigentuemer des Produkts bleibt und der Kunde fuer die Nutzung zahlt; schafft Anreize fuer nachhaltiges Design.
Lebenszyklusanalyse (LCA)
Methode zur Berechnung der Umweltwirkung eines Produkts ueber den gesamten Lebenszyklus, von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung.

So funktioniert es

Kreislaufwirtschaft im FM beginnt bei der Einkaufsentscheidung. Statt das guenstigste Produkt zu waehlen, beziehen Sie die gesamten Lebenszykluskosten ein: Anschaffung, Nutzung, Wartung, Wiederverwendung und Entsorgung. Ein Buerostuhl, der zehn Jahre haelt und danach vom Lieferanten zurueckgenommen und aufbereitet wird, ist kreislauffaehiger als ein guenstiger Stuhl, der nach fuenf Jahren auf dem Abfallberg landet.

Der zweite Hebel ist die Verlaengerung der Nutzungsphase. Durch gute Wartung, Reparatur und Umnutzung halten Sie Produkte laenger im Kreislauf. Ein Arbeitsplatz, der nicht mehr benoetigt wird, kann intern versetzt werden. Mobiliар, das nicht mehr zur Einrichtung passt, geht an eine Wiederverwendungsplattform statt in den Container.

Die dritte Ebene ist der Umgang mit Abfaellen. Was sich nicht wiederverwenden laesst, sollte so hochwertig wie moeglich verwertet werden: Recycling vor Verbrennung, Verbrennung vor Deponierung. Durch konsequente Abfalltrennung steigt die Recyclingquote. Kreislaufwirtschaft ist kein Endziel, sondern ein Prozess der kontinuierlichen Verbesserung. Jede Stufe auf der R-Leiter ist ein Fortschritt.

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