Zero Waste to Landfill: Strategie fuer FM-Organisationen
Zero Waste to Landfill (ZWTL) ist das Bestreben, kein einziges Restprodukt auf der Deponie zu entsorgen. In Deutschland ist die Deponierung brennbarer und recyclierbarer Abfaelle seit 2005 weitgehend verboten, sodass 'Zero to Landfill' technisch fast erreicht ist. Die eigentliche Herausforderung liegt im naechsten Schritt: Zero Waste, also der Minimierung des gesamten Abfallaufkommens.
Deutsche Rahmenbedingungen
Deutschland hat seit 2005 ein weitgehendes Deponierungsverbot fuer vorbehandlungsfreie Abfaelle (Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz, heute KrWG). Weniger als 1 Prozent der deutschen Abfaelle wird noch deponiert - im Vergleich zum EU-Durchschnitt von rund 24 Prozent ein Spitzenwert. Die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) setzt Ziele fuer eine Recyclingquote von 70 Prozent und mehr. Die CSRD-Berichterstattung gemaess ESRS E5 erfordert Angaben zu Verwertungswegen. Das Umweltbundesamt (UBA) veroeffentlicht jaehrlich den deutschen Abfallbericht mit Benchmarks.
Schlüsselbegriffe
- Zero Waste to Landfill
- Ziel, dass kein Abfall auf einer Deponie landet; in Deutschland dank Deponierungsverbot und Verbrennungsinfrastruktur weitgehend erreicht.
- Zero Waste
- Ehrgeizigeres Ziel, das gesamte Abfallaufkommen durch Praevention, Wiederverwendung und vollstaendiges Recycling auf null zu bringen.
- Diversion Rate
- Anteil des Abfalls, der von Deponie oder Verbrennung zu Recycling oder Wiederverwendung umgeleitet wird.
- Abfallvermeidung
- Verhinderung, dass Abfall entsteht - die hoechste Stufe der Abfallhierarchie; wirksamer als Trennung oder Recycling.
- Reststrominimierung
- Systematische Verkleinerung des unvermeidlichen Reststroms, der nach allen Praeventions- und Trennmassnahmen verbleibt.
So funktioniert es
Im deutschen Kontext verschiebt sich der Fokus von 'nichts deponieren' zu 'so wenig wie moeglich verbrennen'. Verbrennung mit Energierueckgewinnung ist besser als Deponierung, steht aber niedrig auf der Abfallhierarchie. Das Ziel ist es, immer mehr Materialstroeme zu Recycling und Wiederverwendung umzuleiten.
Eine ZWTL-Strategie fuer FM arbeitet in drei Schichten. Die erste Schicht ist Praevention: weniger einkaufen, laengere Nutzungsdauer, Digitalisierung von Papierstreoemen. Die zweite Schicht ist maximale Trennung: Jede recycelbare Fraktion muss getrennt werden. Die dritte Schicht ist die Suche nach Verwertungsalternativen fuer den Reststrom: Kann das Material noch durch einen spezialisierten Verwerter recycelt werden? Gibt es Partner fuer industrielle Symbiose?
Stecken Sie einen realistischen Fahrplan ab. Beginnen Sie damit, Ihre aktuelle Diversion Rate zu ermitteln. Setzen Sie ein Ziel: beispielsweise 90 Prozent Recycling in drei Jahren. Erarbeiten Sie je Fraktion einen Plan und ueberwachen Sie ihn monatlich. ZWTL ist eine Richtung, kein Endpunkt. Jeder Prozentpunkt naeher an null Restabfall erfordert mehr Aufwand, bringt aber auch mehr Erkenntnis und Engagement.
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