Zirkulaere Beschaffung: Leitlinien fuer FM in Deutschland
Zirkulaere Beschaffung geht ueber nachhaltiges Einkaufen hinaus: Sie lenkt Lieferanten aktiv zu kreislauforientierten Loesungen. In Deutschland haben das Bundesministerium fuer Wirtschaft und Klimaschutz sowie das Umweltbundesamt Handlungsleitfaeden entwickelt, die FM-Fachleuten helfen, Kreislaufwirtschaft in Beschaffungsprozesse zu verankern.
Deutsche Rahmenbedingungen
Das Vergaberecht verpflichtet oeffentliche Auftraggeber in Deutschland, Umweltkriterien in Ausschreibungen zu beruecksichtigen (Paragraf 97 GWB, Paragraf 45 UVgO). Das Umweltbundesamt (UBA) stellt produktgruppenspezifische Vergabekriterien bereit, die auf dem Blauen Engel und dem EU Ecolabel basieren. Das Kompetenzzentrum Nachhaltige Beschaffung (KNB) beim Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums veroeffentlicht konkrete Kriterien fuer Bueromobel, Reinigungsdienstleistungen und Catering. Fuer Bundesbehoerden gilt die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Beschaffung klimafreundlicher Leistungen (AVV Klima). Die CSRD-Berichtspflicht ueubt auch auf private Unternehmen zunehmenden Druck aus.
Schlüsselbegriffe
- Kreislauf-Beschaffungskriterien
- Anforderungen im Einkaufsprozess, die Lieferanten zu zirkulaeren Loesungen anregen: Ruecknahmegarantien, Recyclingmaterial-Anteil oder Product-as-a-Service.
- Kompetenzzentrum Nachhaltige Beschaffung (KNB)
- Bundesbehoerde mit praxisorientierten Kriterien und Tools fuer nachhaltige und zirkulaere Beschaffung je Produktgruppe.
- Total Cost of Ownership (TCO)
- Berechnung aller Kosten ueber den Lebenszyklus eines Produkts, einschliesslich Anschaffung, Nutzung, Wartung und Entsorgung.
- Product-as-a-Service
- Beschaffungsmodell, bei dem Funktionalitaet statt Eigentum eingekauft wird; der Lieferant ist fuer Wartung, Ruecknahme und Wiederverwendung verantwortlich.
- Ruecknahmeverpflichtung
- Vertragliche Vereinbarung, dass der Lieferant das Produkt am Ende der Nutzungsphase zur Wiederverwendung, Aufbereitung oder zum Recycling zuruecknimmt.
Was das Gesetz verlangt
Fuer oeffentliche Auftraggeber gilt seit der Reform des Vergaberechts 2021, dass Umwelt- und Nachhaltigkeitskriterien verpflichtend in Ausschreibungen einflossen muessen. Das betrifft Produktgruppen wie Bueromobel, Reinigungsdienstleistungen, Catering und IT-Geraete. Private Organisationen sind nicht gesetzlich zur zirkulaeren Beschaffung verpflichtet, beziehen aber zunehmend Kreislaufkriterien in ihre Einkaufsrichtlinien ein - angetrieben von CSRD-Berichtspflichten und eigenen Nachhaltigkeitszielen.
Die Kriterien des KNB enthalten Mindestanforderungen (K.-O.-Kriterien) und Bewertungskriterien (Punkte). Bei Moebeln wird beispielsweise nach dem Anteil recycelter Materialien, der Demontierbarkeit und der Ruecknahmegarantie gefragt. Bei Reinigungsdienstleistungen geht es um den Einsatz umweltzertifizierter Mittel und zirkulaere Verpackungen.
Als Facility Manager koennen Sie zirkulaere Beschaffung foerdern, indem Sie bei jeder Ausschreibung die KNB-Kriteriendatenbank konsultieren und relevante Kriterien uebernehmen. Fuegen Sie zudem eine TCO-Berechnung hinzu, die Kosten ueber den gesamten Lebenszyklus transparent macht. Das hilft beim Dialog mit dem Management: Zirkulaere Beschaffung ist nicht per se teurer, erfordert aber eine andere Rechenweise.
Verwandte Themen
Verfolgen Sie die neuesten Nachrichten zu diesem Thema über Afval & circulaire economie auf FM Radar →