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Bildschirmhöhe und -abstand: Normen und Empfehlungen

Die Position des Bildschirms ist einer der häufigsten ergonomischen Fehler am Arbeitsplatz. Zu hoch, zu niedrig oder zu weit weg – jede Abweichung belastet Nacken, Schultern und Augen. Die DIN EN ISO 9241 definiert klare Anforderungen, die das FM bei der Einrichtung und Beschaffung umsetzen muss.

Deutsche Rahmenbedingungen

Die ASR A6.0 (Technische Regel für Arbeitsstätten – Bildschirmarbeitsplätze) legt in Deutschland verbindliche Anforderungen an Bildschirmposition, Sehwinkel und Betrachtungsabstand fest. Die DIN EN ISO 9241-303 spezifiziert Anforderungen an elektronische Bildschirme selbst. Die DGUV Information 215-410 enthält praxisorientierte Empfehlungen zur Bildschirmaufstellung. Das GS-Zeichen und die CE-Kennzeichnung sind für Monitorarme relevante Qualitätsnachweise.

Schlüsselbegriffe

Blickwinkel
Winkel der Blickrichtung gegenüber der Horizontalen. Der optimale Blickwinkel bei Bildschirmarbeit beträgt 15–20 Grad nach unten.
Sehabstand
Abstand von den Augen zum Bildschirm – Empfehlung: 50–70 cm, abhängig von der Bildschirmgröße.
Monitorarm
Verstellbare Befestigung, mit der der Bildschirm in Höhe, Tiefe und Neigung individuell eingestellt werden kann.
Dual-Screen-Aufstellung
Arbeitsplatzeinrichtung mit zwei nebeneinanderstehenden Bildschirmen – erfordert spezifische Positionierung zur Vermeidung von Nackenverdrehung.
Laptop-Ständer
Erhöhung, die einen Laptop auf Augenhöhe bringt – zu kombinieren mit externer Tastatur und Maus.

Anwendung in der Praxis

Die Grundregel: Die Oberkante des Bildschirms befindet sich auf Augenhöhe oder leicht darunter. Die Blickrichtung ist 15–20 Grad nach unten geneigt. Bei einem zu hoch platzierten Bildschirm neigt der Kopf nach hinten; bei einem zu tiefen Bildschirm beugt der Nacken sich nach vorn. Beide Haltungen führen langfristig zu Beschwerden.

Der Sehabstand hängt von der Bildschirmgröße ab. Für einen 24-Zoll-Bildschirm sind 60–70 cm optimal, für einen 27-Zoll-Bildschirm 70–80 cm. Faustregel: Strecken Sie den Arm aus – die Fingerspitzen berühren den Bildschirm gerade nicht. Bei größerem Abstand muss die Schriftgröße erhöht werden, um lesbar zu bleiben.

Bei einer Dual-Screen-Aufstellung gibt es zwei Optionen: Werden beide Bildschirme gleichmäßig genutzt, werden sie symmetrisch mit leichter Einwärtsdrehung aufgestellt – der Nutzer sitzt genau in der Mitte. Wird ein Bildschirm als primärer genutzt, steht er gerade vor dem Nutzer, der zweite im 90-Grad-Winkel daneben. Für Desksharing-Arbeitsplätze ist ein Monitorarm unverzichtbar. Laptopnutzer benötigen einen Ständer plus externe Tastatur und Maus – Arbeiten am ungekippten Laptop ist ergonomisch für mehr als gelegentliche Nutzung nicht akzeptabel.

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