Regelgeving

DIN EN ISO 9241 erklärt

Die DIN EN ISO 9241-Reihe ist der internationale Standard für die Ergonomie der Mensch-System-Interaktion. Für Facility Manager ist diese Norm relevant, da die Arbeitsstättenverordnung und die DGUV-Vorschriften auf sie als Leitfaden für die Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen verweisen.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland ist die DIN EN ISO 9241 als nationale Norm über DIN (Deutsches Institut für Normung) verfügbar. Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) sowie die ASR A6.0 verweisen auf diese Norm als Konkretisierung der Schutzpflicht. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) nutzt die Norm als Bewertungsrahmen. Die Berufsgenossenschaften (DGUV) veröffentlichen ergänzende Informationen zur Anwendung der Norm in der Praxis. Obwohl die Anwendung von DIN-Normen formal freiwillig ist, gilt die Norm in der Praxis als Mindeststandard.

Schlüsselbegriffe

DIN EN ISO 9241
Reihe internationaler Normen zur Ergonomie der Mensch-System-Interaktion, einschließlich Anforderungen an Bildschirmarbeit, Eingabegeräte und Arbeitsumgebung.
DIN
Deutsches Institut für Normung – zuständig für die Herausgabe und Verwaltung von Normen in Deutschland.
Teil 5: Arbeitsplatzgestaltung
Spezifischer Teil der Norm mit Anforderungen an die physische Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen.
Gebrauchstauglichkeit (Usability)
Ausmaß, in dem ein System oder Produkt von einem bestimmten Nutzer effektiv, effizient und zufriedenstellend genutzt werden kann.
Harmonisierung
Prozess, bei dem nationale Normen an europäische und internationale Standards angeglichen werden.

Was die Norm vorschreibt

Die DIN EN ISO 9241-Reihe wird von der International Organization for Standardization (ISO) herausgegeben und in Deutschland über DIN verfügbar gemacht. Die Arbeitsstättenverordnung benennt die Norm als Referenzrahmen; die Überwachung und Durchsetzung erfolgt durch die staatlichen Arbeitsschutzbehörden (Gewerbeaufsichtsämter) und die Berufsgenossenschaften.

Die für FM relevantesten Teile sind Teil 5 (Arbeitsplatzgestaltung und Körperhaltungsanforderungen), Teil 6 (Anforderungen an die Arbeitsumgebung, einschließlich Beleuchtung und Lärm) sowie Teil 303 (Anforderungen an elektronische Bildschirme). Teil 5 legt unter anderem fest, dass der Stuhl in Sitzhöhe, Rückenlehnenwinkel und Sitztiefe verstellbar sein muss, dass die Arbeitsfläche ausreichend Raum für eine flexible Anordnung von Bildschirm, Tastatur und Dokumenten bietet, und dass die Füße flach auf dem Boden oder einer Fußstütze aufstehen können.

Teil 6 stellt Anforderungen an die Arbeitsumgebung: Die Beleuchtungsstärke auf der Arbeitsfläche muss mindestens 500 Lux betragen, Lichtquellen dürfen keine störenden Reflexionen auf dem Bildschirm oder im direkten Sichtfeld verursachen, und der Hintergrunglärm darf konzentriertes Arbeiten nicht beeinträchtigen. Als Arbeitgeber sind Sie verpflichtet, die relevanten Teile der Norm bei der Möbelbeschaffung und der Arbeitsplatzgestaltung als Checkliste zu verwenden.

Verwandte Themen