Concept

Farbe und Akustik am Arbeitsplatz: Wohlbefinden durch Raumgestaltung

Farbe und Akustik sind zwei Umgebungsfaktoren, die das Arbeitscomfort häufig unbewusst beeinflussen. Ein zu kahler, harter Raum wirkt unangenehm; eine durchdachte Kombination aus Farben und Schallabsorption macht den Unterschied zwischen einem Büro, in dem Menschen gern arbeiten, und einem, das man schnell verlassen möchte.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland gibt es keine verbindlichen Normen für Farbgestaltung am Arbeitsplatz, jedoch empfehlen DGUV Information 215-442 (Ergonomische Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen) und VDI 2569 (Schallschutz und akustische Gestaltung im Büro) Orientierungswerte. Das RAL-Design-System bietet standardisierte Farbsysteme. Die DIN 18041 (Hörsamkeit in Räumen) und die DIN EN ISO 3382-3 (Akustik in Großraumbüros) liefern akustische Planungsgrundlagen. Der BDIA (Bund Deutscher Innenarchitekten) publiziert Richtlinien zur integrierten Farb- und Raumplanung.

Schlüsselbegriffe

Farbwahrnehmung
Einfluss von Farben auf die psychologische Wirkung eines Raums: Helligkeit, Ruhe, Energie oder Intimität.
Schallabsorption
Eigenschaft eines Materials, auftreffende Schallenergie zu absorbieren anstatt zu reflektieren – gemessen durch den Schallabsorptionsgrad α.
DIN 18041
Deutsche Norm für Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen Räumen – Grundlage für akustische Planung von Büros und Besprechungsräumen.
Stille Arbeitszone
Bereich mit besonderer akustischer Dämpfung und Verhaltensregeln für ruhiges Konzentriertes Arbeiten.
VDI 2569
VDI-Richtlinie für Schallschutz und akustische Gestaltung im Büro – liefert Planungsempfehlungen für Großraumkonzepte.

Wie es funktioniert

Farbe beeinflusst die Arbeitserfahrung auf zwei Wegen. Erstens über die wahrgenommene Raumwirkung: Helle, kühle Farben lassen Räume optisch größer und ruhiger erscheinen, während warme, satte Farben Intimität und Energie erzeugen. Zweitens über die physiologische Reaktion: Blau und Grün senken den Herzschlag und fördern Konzentration, während Rot und Orange die Wachheit steigern.

Für die Bürogestaltung gilt: Nutzen Sie neutrale Grundfarben (Weiß, Hellgrau, Sand) für große Flächen und Akzentfarben für spezifische Zonen. Konzentrationsbereiche profitieren von kühlen, gedämpften Tönen. Kooperationszonen dürfen lebendiger gestaltet sein. Vermeiden Sie vollständig weiße Räume – diese wirken klinisch und verstärken Schallreflexionen.

Akustik und Farbe hängen über die Materialien zusammen. Weiche Materialien (Textil, Filz, Teppich) absorbieren Schall und wirken optisch warm. Harte Materialien (Glas, Beton, Stahl) reflektieren Schall und erzeugen kühle Industrieästhetik. Praktisch: Wählen Sie bei der Einrichtung einer Zone zunächst das akustische Ziel (ruhig, mittel, belebt), leiten Sie daraus Materialien und Farben ab. Eine Fokuszone erhält Teppichboden, akustische Wandpaneele in gedämpften Tönen und indirektes Licht. Eine Kreativzone erhält Hartboden, Farbakzente und beschreibbare Wände.

Verwandte Themen