Höhenverstellbare Schreibtische: Empfehlungen für den Einsatz
Ein Büro, in dem alle acht Stunden sitzen, verpasst eine gesundheitliche Chance. Höhenverstellbare Tische ermöglichen den Wechsel zwischen Sitzen und Stehen – wenn sie richtig eingesetzt werden. FM verantwortet Beschaffung, Einrichtung und die Förderung der tatsächlichen Nutzung.
Deutsche Rahmenbedingungen
Die DGUV Information 215-410 (Büroraumplanung) empfiehlt dynamisches Sitzen und Stehen. Die BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) und die BAuA veröffentlichen Leitlinien zur Prävention von Rückenerkrankungen durch Sitz-Steh-Wechsel. Die DIN EN 527-1 legt Maßanforderungen an Büroarbeitstische fest. Das BMAS hat das Programm "Gesundheit am Arbeitsplatz" aufgelegt, das u. a. die Einführung von Sitz-Steh-Tischen fördert. Krankenkassen wie die TK und AOK bezuschussen ergonomische Arbeitsplatzmöbel im Rahmen betrieblicher Gesundheitsförderung.
Schlüsselbegriffe
- Sitz-Steh-Tisch
- Elektrisch oder manuell höhenverstellbarer Schreibtisch, der den Wechsel zwischen sitzendem und stehendem Arbeiten ermöglicht.
- Sitz-Steh-Verhältnis
- Empfohlene Aufteilung von Sitz- und Stehzeit – Faustregel: 20–30 Minuten Stehen pro Stunde Sitzen.
- Anti-Ermüdungsmatte
- Weiche Bodenmatte, die Druck auf Füße und Beine beim langen Stehen reduziert.
- Memoryfunktion
- Vorprogrammierte Höheneinstellung, mit der der Tisch per Knopfdruck auf die individuelle Sitz- oder Stehhöhe fährt.
- Dynamisches Arbeiten
- Arbeitsweise, bei der im Laufe des Tages zwischen Sitzen, Stehen und Bewegen gewechselt wird.
Schritt für Schritt vorgehen
Schritt 1 – Möbelauswahl. Wählen Sie elektrisch verstellbare Tische mit Memoryfunktion – manuelle Varianten werden in der Praxis seltener genutzt, weil die Hürde zum Wechsel höher ist. Der Mindest-Höhenbereich beträgt 65–125 cm (sitzend bis stehend für die meisten Körpergrößen). Prüfen Sie die Tragfähigkeit: Ein Tisch mit zwei Bildschirmen, Docking-Station und persönlichen Gegenständen muss auch in Stehhöhe stabil bleiben.
Schritt 2 – Ergonomische Einrichtung. Im Stehen gilt: Ellenbogen im 90-Grad-Winkel, Oberkante Bildschirm auf Augenhöhe (erfordert einen verstellbaren Monitorarm), Tastatur auf Ellenbogenhöhe. Stellen Sie Anti-Ermüdungsmatten bereit – langes Stehen auf hartem Boden führt schnell zu Beschwerden an Füßen und Unterschenkeln.
Schritt 3 – Unterweisung. Der häufigste Fehler ist zu langes Stehen am Stück. Die Empfehlung lautet: 20–30 Minuten Stehen pro Stunde, abgewechselt mit Sitzen. Kommunizieren Sie das Sitz-Steh-Verhältnis über Aufkleber am Tisch, Intranetbeiträge oder ein kurzes Erklärvideo. Bei Desksharing ist eine Memoryfunktion pro Nutzer nicht praktikabel – wählen Sie dann Tische mit schneller elektrischer Verstellung und hängen Sie eine Kurzanleitung auf.
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