Kriterien für ergonomische Bürostühle
Der Bürostuhl ist das meistgenutzte Möbelstück am Arbeitsplatz – und einer der häufigsten Ansatzpunkte für ergonomische Verbesserungen. Die DIN EN 1335 definiert Mindestanforderungen; für das FM geht es darum, Qualität, Langlebigkeit und Komfort im Einklang mit dem Budget zu beschaffen.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland gilt die DIN EN 1335 (Büromöbel – Büroarbeitsstühle) als maßgeblicher Standard. Die DGUV Information 215-410 (Büroraumplanung) konkretisiert die Anforderungen an verstellbare Bürostühle. Das GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) nach § 21 ProdSG ist ein anerkanntes Qualitätsmerkmal für Bürostühle. Prüfinstitute wie TÜV, DEKRA und SGS-TÜV bieten Zertifizierungen an. Das BMAS empfiehlt im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung die regelmäßige Überprüfung und ggf. Erneuerung der Bürostühle.
Schlüsselbegriffe
- DIN EN 1335
- Europäische Norm, die Anforderungen an Maße, Verstellbarkeit, Standsicherheit und Sicherheit von Bürostühlen festlegt.
- Sitzhöhenverstellung
- Möglichkeit, die Stuhlhöhe so einzustellen, dass die Füße flach auf dem Boden aufstehen und die Oberschenkel horizontal sind.
- Lendenstütze
- Unterstützung der Lendenwirbelsäule durch eine einstellbare Wölbung in der Rückenlehne auf Höhe der Lendenwirbelkurve.
- Sitztiefenverstellung
- Möglichkeit, die Sitzfläche vor- oder zurückzuschieben, sodass zwei bis drei Finger Abstand zwischen Sitzkante und Kniekehle bleiben.
- Synchronmechanik
- Mechanismus, bei dem Rückenlehne und Sitzfläche synchron mit den Körperbewegungen des Nutzers mitwandern.
Anwendung in der Praxis
Bei der Auswahl von Bürostühlen sind fünf Einstellmöglichkeiten unverzichtbar: Sitzhöhe (Gasfeder mit ca. 40–52 cm Bereich), Sitztiefe (verschiebbare Sitzfläche mit mindestens 5 cm Verstellbereich), Lendenstütze (in Höhe und Tiefe einstellbar), Armlehnen (höhenverstellbar für einen Ellenbogenwinkel von 90 Grad) und Mechanik (Synchronkippung mit einstellbarem Widerstand).
Darüber hinaus gibt es praktische Kriterien für den FM-Kontext: Strapazierfähigkeit (Stühle sollten auf 150.000 Zyklen geprüft sein, DIN EN 1335-2). Bei Desksharing werden Stühle von wechselnden Nutzern bedient – robuste Mechanismen halten länger. Wartbarkeit: austauschbare Teile (Rollen, Gasfeder, Armlehnenpolster) verlängern die Nutzungsdauer erheblich. Bezugsmaterial: Bei Shared-Use ist Stoff schwerer sauber zu halten als Netz oder Kunstleder.
Budgetär gibt es drei Segmente: Einstiegsstühle (200–400 Euro) erfüllen die Norm, bieten aber eingeschränkte Verstellmöglichkeiten. Mittelsegment (400–800 Euro) bietet alle notwendigen Einstellungen und eine längere Lebensdauer. Premium (über 800 Euro) fügt Materialqualität und Verarbeitungsqualität hinzu. Für Standard-Büronutzung ist das Mittelsegment über den Lebenszyklus am kosteneffektivsten. Ergänzen Sie jede Stuhllieferung mit einer Einstellungsanleitung in sechs Schritten.
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