Laufwege und Ergonomie im FM-Lager
Lager innerhalb des Facility Managements – für Büromaterial, Mobiliar oder Reinigungsartikel – werden bei ergonomischen Beurteilungen oft vergessen. Dabei arbeiten dort Mitarbeitende, die täglich heben, gehen und stehen. Die Gestaltung von Laufwegen und Arbeitsplätzen im Lager ist eine FM-Verantwortung.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland gelten für Lagerbereiche die ArbStättV, das ArbSchG sowie die ASR A1.8 (Verkehrswege). Die DGUV Information 208-033 (Heben und Tragen) und die LBO (Leitmerkmalmethode) sind maßgeblich für die Risikobeurteilung. Die Berufsgenossenschaften bieten branchenspezifische Checklisten für Lagersicherheit an. Die DIN 15140 (Flurförderzeuge) ist relevant für den Einsatz von Handwagen und Hubtischen. Das BMAS empfiehlt im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung die regelmäßige Überprüfung von Lagerbereichen.
Schlüsselbegriffe
- ASR A1.8
- Technische Regel für Arbeitsstätten – Verkehrswege: regelt Mindestbreiten, Kennzeichnung und Freihaltung von Laufwegen.
- Lagerhöhenoptimierung
- Anordnung von Waren nach Entnahmefrequenz und Gewicht: Häufig verwendetes und Schweres in der ergonomischen Griffzone (60–120 cm).
- Hubwagen / Hubtisch
- Hebehilfsmittel für Waren auf niedrigen Positionen oder schwere Lasten – reduziert körperliche Belastung erheblich.
- Leitmerkmalmethode (LMM)
- Anerkanntes deutsches Beurteilungsinstrument für manuelle Lastenhandhabung im Lager.
- Anti-Ermüdungsmatte
- Weiche Bodenmatte an festen Packstationen, die Belastung von Füßen und Beinen beim Stehen reduziert.
Schritt für Schritt vorgehen
Schritt 1 – Laufwege festlegen. Planen Sie feste Laufwege, die Einbahnverkehr fördern und Kreuzungen minimieren. Kennzeichnen Sie Routen mit Bodenmarkierungen oder Klebeband. Halten Sie Gangbreiten von mindestens 1,20 m für Fußgänger und 2,40 m dort frei, wo Transportwagen verkehren. Entfernen Sie Hindernisse und stellen Sie sicher, dass Wege stets frei sind.
Schritt 2 – Lagerhöhen optimieren. Platzieren Sie häufig verwendete Artikel auf Griffhöhe (60–150 cm). Schwere Artikel nie über Schulterhöhe oder unter Kniehöhe. Verwenden Sie Regale mit verstellbaren Böden, damit die Einteilung an veränderte Warenmengen angepasst werden kann.
Schritt 3 – Hebebelastung reduzieren. Stellen Sie an jedem Entnahmeplatz einen fahrbaren Wagen bereit. Bieten Sie Hebehilfen für Artikel über 10 kg an: einen Lagerschemel für hohes Greifen, einen Hubtisch für niedrige Positionen. Unterweisen Sie Mitarbeitende in korrekter Hebetechnik und organisieren Sie Aufgabenrotation. Schritt 4 – Boden und Beleuchtung: Ebener Boden ohne Schwellen, mindestens 300 Lux in Gangbereichen und 500 Lux an Packstationen, Anti-Ermüdungsmatten. Schritt 5 – Vierteljährliche Kontrolle: Sind Laufwege frei? Lagern schwere Artikel auf richtiger Höhe? Funktionieren Hebehilfen? Beziehen Sie Lagermitarbeitende in die Bewertung ein.
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