Praktijk

RSI-Prävention: FM-Maßnahmen gegen Überlastungsbeschwerden

Repetitive Stressverletzungen (RSI) entstehen durch einseitige Bewegungsabläufe und langanhaltende statische Haltungen. FM kann RSI-Risiken erheblich reduzieren – durch ergonomische Ausstattung, Pausensoftware und ein niedrigschwelliges Meldesystem für frühe Beschwerden.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland werden RSI-Erkrankungen unter dem Begriff Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) zusammengefasst. Das ArbSchG § 5 verpflichtet Arbeitgeber zur Beurteilung und Reduzierung von MSE-Risiken. Die DGUV Regel 112-191 und die BAuA-Publikationen bieten Präventionsinstrumente. Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) unterstützen betriebliche MSE-Prävention im Rahmen von § 20b SGB V. Das BMAS hat mit "Inqa" (Initiative Neue Qualität der Arbeit) Leitfäden zur MSE-Prävention veröffentlicht.

Schlüsselbegriffe

MSE (Muskel-Skelett-Erkrankungen)
Überbelastungsbeschwerden an Armen, Händen, Nacken und Schultern durch wiederholte Bewegungen oder lange statische Haltungen – entspricht dem niederländischen RSI/KANS.
KANS (dt. Äquivalent: RSI)
Klachten Arm, Nek en Schouder – im deutschen Sprachraum als arbeitsbedingter Beschwerdekomplex der oberen Extremitäten bekannt.
Mikropausensoftware
Software, die Mitarbeitende in regelmäßigen Abständen an kurze Pausen und Bewegungsübungen erinnert.
Ergonomische Maus
Maus, die die Hand in einer natürlicheren Position hält (z. B. vertikal), um die Handgelenkbelastung zu reduzieren.
Tätigkeitswechsel
Bewusstes Abwechseln verschiedener Arbeitsaufgaben, um einseitige Belastung zu vermeiden.

Schritt für Schritt vorgehen

Schritt 1 – Arbeitsplatz optimieren. Stellen Sie sicher, dass jeder Arbeitsplatz den ergonomischen Grundnormen entspricht: korrekte Bildschirmhöhe, einstellbarer Stuhl, Tastatur und Maus auf der richtigen Höhe. Bei Desksharing-Plätzen ist Einstellbarkeit besonders wichtig, da jeder Nutzer den Platz individuell anpassen muss.

Schritt 2 – Hilfsmittel bereitstellen. Machen Sie ergonomische Alternativen verfügbar: vertikale Mäuse, kompakte Tastaturen (ohne Nummernblock, damit die Maus näher am Körper liegt), Handgelenkauflagen und Vorlagenhalter. Nicht jeder benötigt diese Hilfsmittel, aber sie müssen auf Anfrage verfügbar sein.

Schritt 3 – Pausensoftware einführen. Software wie Workrave (Open Source) oder Ergotron WorkFit erinnert Mitarbeitende an Mikropausen (30 Sekunden alle 20 Minuten) und Erholungspausen (5 Minuten jede Stunde). Die Pausen unterbrechen die statische Haltung, die ein wesentlicher MSE-Risikofaktor ist. Bieten Sie auch Unterweisungen zur Früherkennung von MSE-Beschwerden an und richten Sie ein niedrigschwelliges Meldesystem ein, damit Betroffene frühzeitig Unterstützung erhalten.

Verwandte Themen