Tageslicht und Wohlbefinden im Büro
Tageslicht ist einer der am häufigsten unterschätzten Einflussfaktoren auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Ausreichend Tageslicht verbessert Stimmung, Wachheit und Schlafqualität. Facility Manager können durch kluge Raumplanung und Sonnenschutzlösungen die Tageslichtnutzung optimieren.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland verpflichtet die ASR A3.4/3 (Sicherheitsbeleuchtung, optische Sicherheitsleitsysteme) und die ASR A3.4 (Beleuchtung) zur ausreichenden Tageslichtversorgung von Arbeitsräumen. Die DIN EN 17037 (Tageslicht in Gebäuden) definiert Empfehlungen für Tageslichtversorgung und Sonnenschutz. Das BMAS empfiehlt Tageslichtquotienten von mindestens 2 % für Büroarbeitsräume. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) veröffentlicht Leitlinien zu Licht und Gesundheit am Arbeitsplatz.
Schlüsselbegriffe
- Tageslichtquotient
- Verhältnis der Innenbeleuchtungsstärke zur gleichzeitigen Außenbeleuchtungsstärke – Mindestempfehlung: 2 % für Büroarbeitsräume.
- Zirkadiane Wirkung
- Einfluss von Licht auf den biologischen Rhythmus des Menschen: Morgendliches Tageslicht fördert Cortisol (Wachheit) und hemmt Melatonin (Schlafdruck).
- DIN EN 17037
- Europäische Norm für die Tageslichtversorgung in Gebäuden – definiert Bewertungsmethoden und Empfehlungen für Mindestbeleuchtungsstärken.
- Sonnenschutz
- System aus Lamellen, Screens oder Außenjalousien, das Blendschutz bietet, ohne die Tageslichtnutzung vollständig zu unterbinden.
- Atrium / Lichtschacht
- Bauliche Maßnahme, die Tageslicht tief in das Gebäudeinnere führt und innen liegende Arbeitszonen belichtet.
Wie es funktioniert
Tageslicht wirkt auf das Wohlbefinden über zwei Mechanismen. Erstens visuell: Tageslicht ist das komfortabelste Arbeitslicht mit hoher Farbwiedergabe und breitem Spektrum. Kunstlicht kann Tageslicht annähern, aber nicht ersetzen. Zweitens biologisch: Tageslicht steuert den zirkadianen Rhythmus. Morgendliche Helligkeit fördert die Cortisolausschüttung (Wachheit) und unterdrückt die Melatoninproduktion.
Für das FM ergeben sich drei Handlungsfelder: Erstens die Optimierung der Arbeitsplatzaufstellung. Positionieren Sie Schreibtische vorzugsweise innerhalb von sechs Metern von einem Fenster. Vermeiden Sie Aufstellungen, bei denen Mitarbeitende mit dem Rücken zum Fenster sitzen (Bildschirmblendung) oder direkt vor dem Fenster (direkte Sonneneinstrahlung in die Augen). Seitlich zum Fenster ist die komfortabelste Position.
Zweitens den Sonnenschutz korrekt einsetzen. Automatische Lamellen oder Screens, die auf den Sonnenstand reagieren, bieten die beste Balance zwischen Tageslichtnutzung und Wärmeschutz. Manuelle Jalousien bleiben in der Praxis oft geschlossen, weil niemand für das Öffnen zuständig ist. Automatisieren Sie den Sonnenschutz oder benennen Sie zonale Verantwortliche. Drittens innen liegende Bereiche kompensieren: Nutzen Sie höhere Beleuchtungsniveaus (700–1.000 Lux) mit tageslichtnachahmenden Spektren (5.000–6.500 K Farbtemperatur) und offene Sichtachsen zu Fenstern.
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