Concept

Was ist Arbeitsplatzergonomie?

Arbeitsplatzergonomie ist die Wissenschaft von der Anpassung der Arbeitsumgebung an die körperlichen und kognitiven Möglichkeiten des Menschen. Für Facility Manager ist Ergonomie keine Luxus, sondern eine gesetzliche Verpflichtung und eine Investition in Gesundheit und Produktivität der Mitarbeitenden.

Deutsche Rahmenbedingungen

Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und die Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV, seit 2016 in der ArbStättV integriert) bilden den rechtlichen Rahmen für Ergonomie am deutschen Arbeitsplatz. Die ASR A6.0 (Arbeitsstättenregeln für Bildschirmarbeit) konkretisiert die Anforderungen. Die DIN EN ISO 9241-Reihe ist der anerkannte technische Standard für die Ergonomie der Mensch-System-Interaktion. Die DGUV Vorschrift 1 verpflichtet Arbeitgeber zur Gefährdungsbeurteilung. Die BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) schätzt die volkswirtschaftlichen Kosten von Muskel-Skelett-Erkrankungen in Deutschland auf mehrere Milliarden Euro jährlich.

Schlüsselbegriffe

Ergonomie
Wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Anpassung von Produkten, Systemen und Umgebungen an die Eigenschaften des Nutzers befasst.
Physische Ergonomie
Teilgebiet, das sich mit Körperhaltung, körperlicher Belastung und der Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen befasst.
Kognitive Ergonomie
Teilgebiet, das mentale Prozesse wie Wahrnehmung, Gedächtnis und Konzentration in Bezug zur Arbeitsumgebung setzt.
Gefährdungsbeurteilung
Gesetzlich vorgeschriebene Beurteilung aller Arbeitsrisiken gemäß § 5 ArbSchG, einschließlich ergonomischer Risiken am Arbeitsplatz.
Bildschirmarbeit
Arbeit, bei der mehr als zwei Stunden täglich vor einem Bildschirm gearbeitet wird – unterliegt spezifischen Anforderungen der ArbStättV.

Wie es funktioniert

Arbeitsplatzergonomie beginnt beim Verständnis, wie Menschen arbeiten. Ein Büroangestellter sitzt durchschnittlich sechs bis acht Stunden täglich. Der Arbeitsplatz muss das unterstützen, ohne Beschwerden an Rücken, Nacken, Schultern, Handgelenken oder Augen zu verursachen.

Die Grundprinzipien sind allgemeingültig: Der Stuhl stützt die Lendenwirbelsäule und ist in Höhe und Sitztiefe einstellbar. Der Schreibtisch steht auf Ellenbogenhöhe, wenn die Arme entspannt am Körper hängen. Die Oberkante des Bildschirms befindet sich auf Augenhöhe, in einem Armabstand von etwa 50–70 cm. Die Beleuchtung ist ausreichend (mindestens 500 Lux auf der Arbeitsfläche) ohne störende Reflexionen auf dem Bildschirm.

Für den Facility Manager ergeben sich vier Verantwortungsbereiche: erstens die Beschaffung von ergonomisch geeignetem Mobiliar und Arbeitsmitteln; zweitens das Anbieten von Unterweisungen für Mitarbeitende zur korrekten Einstellung ihres Arbeitsplatzes; drittens die Durchführung oder Beauftragung von Arbeitsplatzbewertungen bei Beschwerden; viertens die regelmäßige Überprüfung, ob die Arbeitsplatzgestaltung noch den Anforderungen entspricht – etwa bei der Beschaffung neuer Bildschirme oder der Umstellung auf Desksharing.

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