Arbeitsdruck in FM-Teams angehen
Arbeitsdruck ist das am haeufigsten genannte Arbeitsrisiko in der Facility-Management-Branche. Reinigungsteams arbeiten mit engen Leistungsnormen, Serviceteams muessen flexibel auf Meldungen reagieren und Projektteams jonglieren mit Deadlines. Struktureller Arbeitsdruck fuehrt zu Krankenstand, Fluktuation und Qualitaetsverlust. Die Bekaempfung beginnt beim Erkennen.
Deutsche Rahmenbedingungen
Die BIBB/BAuA-Erwerbstatigenbefragung zeigt, dass die FM-Branche ueberdurchschnittlich hoch auf Arbeitsdruck bewertet wird. Die BGW (Berufsgenossenschaft fuer Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) und die VBG bieten Praeventisonberatung fuer Reinigung und Bewachung an. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) nach SGB V Paragraf 20b kann von Krankenkassen gefoerdert werden. Die DGUV Information 206-012 gibt Hinweise zur psychischen Gefaehrdungsbeurteilung. Das Bundesministerium fuer Arbeit und Soziales (BMAS) hat in der Initiative Neue Qualitaet der Arbeit (INQA) Instrumente zur Bewertung von Arbeitsdruck entwickelt.
Schlüsselbegriffe
- Leistungsnorm
- Die je Aufgabeneinheit verfuegbare Zeit - z.B. Quadratmeter pro Stunde bei der Reinigung. Zu enge Normen sind die haeufigste Ursache von Arbeitsdruck.
- Handlungsspielraum
- Der Grad, in dem Mitarbeitende Arbeitstempo, -reihenfolge und -methode selbst bestimmen koennen. Mehr Handlungsspielraum puffert Arbeitsdruck.
- Arbeitsdruckbefragung
- Strukturierte Messung des erlebten Arbeitsdrucks, z.B. mit dem COPSOQ-Fragebogen oder dem Work Ability Index (WAI).
- Taetigkeit serweiterung
- Verbreiterung von Aufgaben, sodass Mitarbeitende mehr Abwechslung und Verantwortung erhalten. Verringert Monotonie und erhoehr Arbeitszufriedenheit.
Schritt-fuer-Schritt-Vorgehen
Erkennen Sie Arbeitsdruck, bevor er zum Krankenstand fuehrt. Achten Sie auf Signale: steigender Krankenstand, Fluktuation, Beschwerden ueber die Einsatzplanung, Ueberstunden als Norm und sinkende Qualitaet. Messen Sie den Arbeitsdruck regelmaessig mit einer Befragung - der COPSOQ-Fragebogen ist ein validiertes Instrument, das auch Handlungsanforderungen und -spielraum misst.
Gehen Sie die Ursachen an, nicht die Symptome. Wenn Reinigungsteams strukturell mit der Leistungsnorm nicht auskommen, ist die Loesung nicht haerteres Arbeiten, sondern eine realistische Neuberechnung der Norm. Wenn das Serviceteam strukturell mehr Meldungen erhaelt als es bewaeltigen kann, sind Kapazitaetserweiterung oder Priorisierung noetig. Arbeitsdruck ist fast immer ein Organisationsproblem, kein individuelles.
Erhoehen Sie den Handlungsspielraum. Geben Sie Teams mehr Autonomie ueber die Arbeitsteilreihenfolge und die Aufgabenverteilung. Beziehen Sie Mitarbeitende in die Einsatzplanung ein - sie wissen am besten, wo die Engpaesse sind. Investieren Sie in gute Arbeitsmittel: Arbeitswagen, Kommunikationsmittel und Software, die den Verwaltungsaufwand verringern.
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