SiGe-Plan fuer FM-Auftragnehmer
Wenn Auftragnehmer und Lieferanten Arbeiten in Ihrem Gebaeude ausfuehren, sind Sie als Auftraggeber mitverantwortlich fuer ihre Sicherheit. Ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGe-Plan) legt die Sicherheitsanforderungen fest und verhindert, dass externe Parteien Risiken in Ihre Arbeitsumgebung einbringen.
Deutsche Rahmenbedingungen
Das ArbSchG Paragraf 8 regelt die Zusammenarbeit mehrerer Arbeitgeber an einem Arbeitsort: Sie muessen sich abstimmen und Sicherheitsmassnahmen koordinieren. Die Baustellenverordnung (BaustellV) setzt die EU-Richtlinie 92/57/EWG um und verpflichtet Bauherren bei Projekten mit mehreren Auftragsnehmern zur Bestellung eines Koordinators fuer Sicherheit und Gesundheitsschutz (SiGe-Ko). Die SCC-Zertifizierung (Safety Certificate Contractors) ist in Deutschland als Nachweis eines wirksamen Sicherheitsmanagementsystems bei Auftragnehmern weit verbreitet. DGUV Vorschrift 1 und BGI/GUV-I 8681 geben Handlungshilfen.
Schlüsselbegriffe
- SiGe-Plan
- Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan: Pflichtdokument bei Baustellen mit mehreren Auftragnehmern. Beschreibt Risiken und Schutzmassnahmen je Projektphase.
- SCC-Zertifizierung
- Safety Certificate Contractors: Zertifizierungsstandard, der nachweist, dass ein Auftragnehmer ein Sicherheitsmanagementsystem betreibt.
- Erlaubnisschein (Arbeitsfreigabe)
- Formale Genehmigung fuer risikoreichere Arbeiten (Feuerarbeiten, Hoehenarbeiten, Arbeiten in beengten Raeumen).
- Toolbox-Besprechung
- Kurze Sicherheitsbesprechung am Arbeitsort vor Beginn der Arbeiten. Behandelt spezifische Risiken und Massnahmen fuer den Tag.
- Last Minute Risk Assessment (LMRA)
- Persoenliche Risikoabfrage durch den Ausfuehrenden unmittelbar vor Arbeitsbeginn: Ist die Situation sicher fuer den Start?
Anwendung in der Praxis
Erstellen Sie einen SiGe-Plan, der Teil jedes Auftragnehmervertrags ist. Der Plan beschreibt die Hausregeln des Gebaeudes (Fluchtwege, Meldeverfahren, Zugangszonen), die Anforderungen an den Auftragnehmer (SCC-Zertifizierung, PSA-Nutzung, Erlaubnisscheine) sowie Verfahren bei Vorfaellen. Nutzen Sie den SiGe-Plan auch als Checkliste bei der Ausschreibung: Bewerten Sie die Sicherheitshistorie von Bietern.
Fuer risikoreichere Arbeiten - Dacharbeiten, Asbestsanierung, Arbeiten in Installationsschaechten, Feuerarbeiten - ist ein Erlaubnisschein Pflicht. Der Facility Manager oder ein benannter Sicherheitsverantwortlicher erteilt den Schein nach Beurteilung der Risiken und der vorgeschlagenen Massnahmen. Pruefen Sie, ob der Erlaubnisschein tatsaechlich am Arbeitsort vorhanden ist.
Ueben Sie Aufsicht ueber die Ausfuehrung aus. Ein SiGe-Plan, der nicht kontrolliert wird, bietet keinen Schutz. Gehen Sie regelmaessig an Arbeiten Dritter vorbei, sprechen Sie bei Verstoessen an und dokumentieren Sie Ergebnisse. Bei wiederholten Verstoessen entziehen Sie das Zutrittsrecht. Das Gewerbeaufsichtsamt kann bei einem Unfall sowohl den Auftragnehmer als auch den Auftraggeber bestrafen - Ihre Aufsichtspflicht ist nicht uebertragbar.
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