CO₂-Messgeräte in Besprechungsräumen: Raumluftqualität überwachen
In einem Besprechungsraum mit sechs Personen steigt die CO₂-Konzentration schnell an. Nach einer Stunde kann der Wert über 1.500 ppm liegen, was zu Schläfrigkeit und verminderter Konzentrationsfähigkeit führt. Ein CO₂-Messgerät macht dies sichtbar und ermöglicht gezieltes Gegensteuern.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland gilt gemäß ASR A3.6 (Technische Regel für Arbeitsstätten – Lüftung) eine Richtwertempfehlung von maximal 1.000 ppm CO₂ in Büroräumen, wobei Werte bis 1.400 ppm als hygienisch auffällig gelten. Das Umweltbundesamt empfiehlt für Innenräume einen Richtwert von 1.000 ppm. Die DGUV Regel 115-402 (Branche Bildungseinrichtungen) schreibt CO₂-Messgeräte vor – übertragbar auf Bürogebäude. Die EnEV bzw. das GEG (Gebäudeenergiegesetz) stellt Anforderungen an die Lüftungsleistung von Neubauten.
Schlüsselbegriffe
- CO₂-Messgerät
- Messgerät, das die Kohlendioxidkonzentration in der Raumluft misst und anzeigt, in der Regel in ppm (parts per million).
- NDIR-Sensor
- Non-Dispersive Infrared Sensor – die genaueste Messtechnologie für CO₂ in Innenräumen.
- Richtwert
- CO₂-Grenzwert (in Deutschland ca. 1.000–1.400 ppm), bei dessen Überschreitung Maßnahmen wie Lüftungserhöhung erforderlich sind.
- Gebäudeautomationsanbindung
- Integration des CO₂-Messgeräts in das Gebäudeautomationssystem (BAS/BMS), sodass die Lüftung bei hohen Werten automatisch erhöht wird.
- Ampelindikator
- Visuelle Anzeige am Gerät mit grün (gut), gelb (mäßig) und rot (unzureichend) für die aktuelle Luftqualität.
Anwendung in der Praxis
Wählen Sie ein Gerät mit NDIR-Sensor für zuverlässige Messungen. Günstigere Sensoren auf Basis anderer Technologien sind weniger genau und altern schneller. Ein gutes CO₂-Messgerät für Besprechungsräume kostet zwischen 100 und 300 Euro. Wählen Sie ein Modell mit Ampelindikator, damit Teilnehmende die Luftqualität auf einen Blick erkennen können.
Platzieren Sie das Gerät auf Augenhöhe an einer Innenwand, mindestens 1,5 Meter von Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen entfernt. Das Gerät soll repräsentativ für die Luft sein, die die Teilnehmenden einatmen – nicht für den frischen Luftstrom aus dem Lüftungssystem. Kalibrieren Sie das Gerät gemäß Herstellerangaben, in der Regel einmal jährlich.
Den größten Mehrwert entfaltet das Gerät bei Anbindung an das Gebäudeautomationssystem. Wenn die CO₂-Konzentration 1.000 ppm übersteigt, erhöht das System automatisch die Lüftungsleistung. Bei Räumen ohne direkte Anbindung ist ein sichtbares Gerät mit Ampelindikator bereits wertvoll: Es motiviert Teilnehmende, ein Fenster zu öffnen oder eine Pause einzulegen.
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