Concept

Hybrides Konferieren: Technologie und Raumgestaltung

Beim hybriden Konferieren sitzen manche Teilnehmenden im Raum, andere sind remote zugeschaltet. Die technologische Herausforderung ist Gleichwertigkeit: Remote-Teilnehmende müssen genauso gut beitragen können wie physisch Anwesende. Das Facility Management richtet den Raum ein und verwaltet die dafür nötige Technologie.

Deutsche Rahmenbedingungen

Deutschland gehört zu den führenden Ländern beim hybriden Arbeiten, was die Nachfrage nach entsprechender Konferenztechnologie dauerhaft hochhält. Microsoft, Cisco und Zoom bieten für den deutschen Markt zertifizierte Lösungen. Die DIN EN ISO 22955 (Akustik – Messung der Schallabsorption in Räumen) ist relevant für die Schallverhältnisse in hybriden Besprechungsräumen. BITKOM und ZVEI veröffentlichen Marktübersichten zu AV- und Videokonferenzlösungen. Die FGEE (Fachabteilung Gebäudeautomation, Energiemanagement und Elektroinstallationen) gibt Empfehlungen zur Integration von AV-Systemen in Gebäudeinfrastrukturen.

Schlüsselbegriffe

Hybride Besprechung
Meeting mit sowohl physisch anwesenden als auch remote teilnehmenden Personen, verbunden über Videokonferenz.
Kamera mit Sprechertracking
Kamera, die automatisch auf die sprechende Person zoomt, damit Remote-Teilnehmende sehen, wer gerade das Wort hat.
Beamforming-Mikrofon
Mikrofonarray, das Schall aus einer bestimmten Richtung aufnimmt und Umgebungsgeräusche unterdrückt.
Gleichwertigkeit
Prinzip, dass Remote-Teilnehmende dasselbe Besprechungserlebnis haben sollen wie physisch anwesende Personen.
Front-of-Room-Display
Großer Wandbildschirm, auf dem Remote-Teilnehmende und geteilte Inhalte angezeigt werden.

So funktioniert es

Hybrides Konferieren stellt andere Anforderungen an den Raum als eine traditionelle Besprechung. Remote-Teilnehmende müssen alle Anwesenden sehen und hören können – und umgekehrt. Eine Standard-Webcam auf einem Laptop reicht nicht: Das Bild ist zu begrenzt und der Ton unzureichend.

Die Lösung besteht aus drei Komponenten. Erstens eine Kamera mit Sprechertracking oder eine breite Panoramakamera, die den gesamten Tisch erfasst. Zweitens Deckenmikrofone oder ein Tischmikrofonarray mit Beamforming-Technologie, die den Sprecher isolieren und Hintergrundgeräusche unterdrücken. Drittens ein ausreichend großer Bildschirm (mindestens 55 Zoll für sechs bis acht Personen), auf dem Remote-Teilnehmende in Lebensgröße dargestellt werden.

Die Raumgestaltung unterstützt die Technologie. Platzieren Sie den Bildschirm auf Augenhöhe an der Schmalseite des Tisches, damit Anwesende ein natürliches Gespräch mit dem Bildschirm führen können. Achten Sie auf gleichmäßige Gesichtsbeleuchtung – Gegenlicht durch ein Fenster macht Gesichter für die Kamera unsichtbar. Und investieren Sie in akustische Dämpfung: Nachhall ist der größte Feind der Verständlichkeit beim hybriden Konferieren.

Verwandte Themen