Functie

Brandschutzbeauftragter im Facility Management

Der Brandschutzbeauftragte ist die Fachkraft, die innerhalb einer FM-Organisation die Verantwortung für alle Brandschutzaspekte trägt. In großen Immobilienportfolios ist dies eine eigenständige Funktion; in kleineren Organisationen fällt sie unter den Facility Manager.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland ist der Brandschutzbeauftragte durch die vfdb-Richtlinie 12/09-01 (Brandschutzbeauftragte — Ausbildung und Tätigkeiten) definiert und qualifiziert. Die DGUV Information 205-003 und die jeweiligen Landesbauordnungen können die Bestellung vorschreiben. Ausbildungen werden u.a. von der vfdb, TÜV, DEKRA, dem Feuerwehrverband und privaten Anbietern angeboten (typisch: 64-stündige Grundausbildung plus Abschlussprüfung). Große FM-Dienstleister wie Dussmann Group, Wisag und STRABAG Property & Facility Services beschäftigen dedizierte Brandschutzbeauftragte. Der VDSI (Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit) bietet eine Fachkraft-Qualifizierung mit Brandschutzmodul an.

Schlüsselbegriffe

Brandschutzbeauftragter
Die nach vfdb-Richtlinie 12/09-01 qualifizierte Person, die für das Brandschutzmanagementsystem einer Organisation oder eines Immobilienportfolios verantwortlich ist.
Brandschutzmanagementsystem
Die Gesamtheit von Richtlinien, Verfahren, Verantwortlichkeiten und Mitteln, mit denen eine Organisation Brandschutz strukturell sicherstellt.
vfdb
Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes: der Fachverband für Brandschutz, der Richtlinien, Merkblätter und Ausbildungsstandards entwickelt.
DGUV Information 205-023
Berufsgenossenschaftliche Information zu Ausbildung und Einsatz von Brandschutzhelfern als Ergänzung zur gesetzlichen Pflicht nach ArbSchG.
Logbuchführung
Systematische Erfassung aller Brandschutzaktivitäten: Prüfungen, Übungen, Vorfälle und Änderungen an Anlagen oder baulichen Einrichtungen.

Aufgaben und Verantwortlichkeiten

Der Brandschutzbeauftragte ist verantwortlich für den Aufbau und die Pflege des Brandschutzmanagementsystems. Dazu gehören die Verwaltung von Genehmigungen und Prüfberichten, die Planung regelmäßiger Inspektionen und Wartungsarbeiten, die Koordination der Brandschutzhelfer-Organisation und die Überwachung der Einhaltung von Brandschutzvorschriften bei Umbauten und im laufenden Betrieb.

Im täglichen Betrieb fungiert der Brandschutzbeauftragte als Ansprechpartner für Baubehörden, Feuerwehr und Prüforganisationen. Bei einem Kontrollbesuch ist er oder sie die Person, die die Gebäudeakte vorlegt und eventuelle Fragen beantwortet. Zudem berät der Brandschutzbeauftragte bei Bauprojekten, Umnutzungen und Energiesanierungsmaßnahmen zu den brandschutztechnischen Auswirkungen.

Der deutsche Markt bietet verschiedene Ausbildungswege. Die vfdb und private Anbieter bieten den Lehrgang Brandschutzbeauftragter (ca. 64 Stunden) an. Für FM-Fachleute mit technischem Hintergrund (Bauingenieurwesen, Gebäudetechnik) ergänzen diese Brandschutzausbildungen das bestehende Wissen. Relevante Zertifizierungen sind die vfdb-anerkannte Qualifikation als Brandschutzbeauftragter sowie die Ausbildungen von TÜV und DEKRA.

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