Concept

Rauchkompartimentierung in Gebäuden

Rauchkompartimentierung verhindert, dass Rauch sich durch ein Gebäude ausbreitet und Rettungswege unbrauchbar macht. Rauch ist bei einem Brand die häufigste Todesursache. Für Facility Manager ist der Betrieb von Rauchabtrennungen daher mindestens so wichtig wie die Feuerwiderstandsdauer von Konstruktionen.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland stellen die Landesbauordnungen und die DIN 18095 (Rauchschutztüren) Anforderungen an Rauchkompartimentierung. Die MLAR (Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie) und die MLüAR (Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Lüftungsanlagen) regeln Durchführungen und Brandschutzklappen. DIN VDE 0100-560 regelt Sicherheitsbeleuchtung in Verbindung mit Rauchabzugsanlagen. Rauchabzugsanlagen (RWA) in Treppenräumen schützen Rettungswege und sind in vielen Landesbauordnungen für Hochhäuser und Sonderbauten vorgeschrieben. In Bürogebäuden ist Rauchdurchgang über das Installationsplenum (Zwischendecke) ein häufiger Schwachpunkt.

Schlüsselbegriffe

Rauchkompartiment
Ein Teil eines Gebäudes, der durch rauchdichte Trennkonstruktionen begrenzt ist, um die Rauchausbreitung zu begrenzen und Rettungswege nutzbar zu halten.
Rauchschutztür (RS)
Tür nach DIN 18095 mit definierten Anforderungen an Rauchdichtigkeit, schließt selbsttätig und hält Rauch vom Rettungsweg fern.
Unterabschnitt / Rauchabschnitt
Eine Unterteilung innerhalb eines Brandabschnitts, die speziell auf den Schutz von Rettungswegen vor Rauch ausgerichtet ist.
Plenumabschottung
Trennkonstruktion über der abgehängten Decke, die verhindert, dass Rauch sich über den Installationsraum in andere Kompartimente ausbreitet.
Brandschutzklappe
Klappe in einer Lüftungsleitung, die bei Brandalarm automatisch schließt, um Rauchdurchgang über das Lüftungssystem zu verhindern (DIN EN 15650).

Wie es funktioniert

Rauchkompartimentierung wirkt auf zwei Ebenen. Auf der ersten Ebene gibt es die Brandabschnitte mit ihren feuerbeständigen Trennkonstruktionen, die auch Rauch aufhalten. Auf der zweiten Ebene gibt es die Rauchabschnitte: zusätzliche Trennungen innerhalb eines Brandabschnitts, die speziell Rettungswege vor Rauch schützen. Ein Treppenraum in einem Bürogebäude ist typischerweise ein Rauchabschnitt mit rauchdichten Türen nach DIN 18095.

Die Wirksamkeit der Rauchkompartimentierung steht und fällt mit der Vollständigkeit der Trennungen. Eine kleine Öffnung in einer Rauchschottung — eine Kabeltrasse ohne Brandabschottung, eine nicht abgedichtete Durchführung — kann ausreichen, um einen Rettungsweg mit Rauch zu füllen. Besondere Aufmerksamkeit verdient das Installationsplenum: der Raum über der abgehängten Decke, in dem Kabel und Lüftungskanäle verlaufen. Wenn die Trennwand nicht bis zur Rohdecke durchgeht, breitet sich Rauch über das Plenum aus.

Als Facility Manager achten Sie bei Umbau- und Installationsarbeiten auf die Wiederherstellung von Rauchschottungen. Jede Kabeltrasse, Leitung oder Kanal, die durch eine Rauchscheide führt, muss mit zugelassenen Abschottungen nach MLAR verschlossen werden. Brandschutzklappen in Lüftungsanlagen müssen jährlich auf korrektes Schließen bei Alarm geprüft werden — diese Prüfung ist Bestandteil des Wartungsvertrags der Lüftungsanlage.

Verwandte Themen