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Wie führen Sie eine Brandschutzinspektion durch?

Eine Brandschutzinspektion erfasst systematisch, ob ein Gebäude den gesetzlichen Anforderungen und den eigenen Sicherheitsstandards entspricht. Sie ist das Instrument, mit dem Sie als Facility Manager die Compliance im Griff behalten und Risiken frühzeitig erkennen.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland ist eine periodische interne Brandschutzinspektion keine explizit gesetzliche Pflicht, ergibt sich aber logisch aus der Instandhaltungspflicht nach Bauordnungsrecht und der Sorgfaltspflicht nach ArbSchG. Die Baubehörden und Feuerwehren führen eigene Kontrollen durch, die nicht planbar sind. Der Brandschutzbeauftragte (vfdb-Richtlinie 12/09-01) ist verpflichtet, regelmäßige Begehungen durchzuführen und zu dokumentieren. GEFMA empfiehlt, jährlich eine eigene Inspektion als Bestandteil des Brandschutzmanagementsystems durchzuführen. Die vfdb-Merkblätter bieten Checklisten und Leitfäden für die Durchführung.

Schlüsselbegriffe

Brandschutzbegehung
Systematische, dokumentierte Bewertung aller Brandschutzaspekte eines Gebäudes, sowohl baulich als auch anlagentechnisch und organisatorisch.
Prüfcheckliste
Strukturiertes Formular, das alle zu kontrollierenden Bereiche auflistet: Brandabtrennungen, Anlagen, Fluchtwege, Dokumentation und Organisation.
Abweichung
Eine Abweichung von der gesetzlichen Anforderung oder dem eigenen Standard, die bei der Inspektion festgestellt wird und eine Korrekturmaßnahme erfordert.
Korrekturmaßnahme
Eine Maßnahme zur Behebung einer festgestellten Abweichung, einschließlich Verantwortlichem, Frist und Verifizierung.
Inspektionsbericht
Schriftlicher Bericht der Inspektion mit Befunden, Klassifizierung von Abweichungen und einem Maßnahmenplan für die Behebung.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

Beginnen Sie mit der Vorbereitung. Sammeln Sie die Gebäudeakte: Genehmigungen, Prüfberichte, Wartungslogbücher, den Evakuierungsplan und die Brandschutzhelfer-Registrierung. Erstellen Sie eine Prüfcheckliste, die alle drei Säulen abdeckt: baulich (Kompartimentierung, Brandschutzabschottungen, Rettungswege), anlagentechnisch (BMA, Sprinkler, Sicherheitsbeleuchtung, Feuerlöschgeräte) und organisatorisch (Evakuierungsplan, Brandschutzhelfer-Besetzung, Übungen).

Die Durchführung kombiniert eine Dokumentenprüfung mit einer physischen Begehung. Gehen Sie das Gebäude systematisch durch, Etage für Etage. Prüfen Sie, ob Brandschutztüren korrekt schließen, ob Fluchtwege frei sind, ob die Sicherheitsbeleuchtung bei Stromausfall einschaltet und ob Feuerlöscher innerhalb der Prüffrist liegen. Notieren Sie jede Abweichung mit Standort, Foto und Klassifizierung (kritisch, wichtig, gering).

Nach der Begehung erstellen Sie den Inspektionsbericht. Geben Sie pro Abweichung eine Korrekturmaßnahme mit Verantwortlichem und Frist an. Kritische Abweichungen — ein blockierter Notausgang, eine deaktivierte BMA — erfordern sofortiges Handeln. Besprechen Sie den Bericht mit der Geschäftsleitung und planen Sie eine Nachkontrolle. Archivieren Sie alle Inspektionsberichte als Ihre Nachweislast gegenüber Behörden.

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