ISO 14001 für Gebäudereinigungunternehmen
ISO 14001 ist die internationale Norm für Umweltmanagementsysteme. Immer mehr Auftraggeber fordern diese Zertifizierung von Reinigungsunternehmen bei Ausschreibungen. Die Norm schreibt keine bestimmten Umweltleistungen vor, garantiert aber, dass das Unternehmen systematisch an Umweltverbesserungen arbeitet.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland ist die ISO 14001-Zertifizierung für Reinigungsunternehmen nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird aber bei Ausschreibungen öffentlicher Auftraggeber und großer Unternehmen häufig gefordert. Die Zertifizierung wird von der DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle) akkreditierten Zertifizierungsstellen vergeben. Bei öffentlichen Vergaben kann ISO 14001 als Eignungskriterium oder Zuschlagskriterium gemäß VgV aufgenommen werden. Das EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) gilt als gleichwertige oder strengere Alternative und wird von der EU-Kommission aktiv gefördert. Der Umweltpakt Bayern und ähnliche Landesinititativen incentivieren Umweltmanagementsysteme im Dienstleistungssektor.
Schlüsselbegriffe
- Umweltmanagementsystem
- Strukturiertes System, mit dem eine Organisation ihre Umweltaspekte identifiziert, steuert und verbessert. ISO 14001 beschreibt die Anforderungen an dieses System.
- Umweltaspekt
- Bestandteil der Unternehmenstätigkeit, der Auswirkungen auf die Umwelt haben kann. Bei der Reinigung: Chemikalieneinsatz, Wasserverbrauch, Abfallaufkommen und Transport.
- PDCA-Zyklus
- Plan-Do-Check-Act: der Verbesserungskreislauf, den ISO 14001 für die kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung vorschreibt.
- DAkkS
- Deutsche Akkreditierungsstelle: akkreditiert Zertifizierungsstellen in Deutschland. Ein DAkkS-akkreditiertes ISO 14001-Zertifikat wird international anerkannt.
- Gleichwertiger Nachweis
- Bei Ausschreibungen können Unternehmen ohne ISO 14001 gleichwertige Maßnahmen nachweisen. Der öffentliche Auftraggeber beurteilt, ob der Nachweis ausreicht.
Was das Gesetz vorschreibt
ISO 14001 selbst ist kein Gesetz, sondern eine freiwillige Norm. Der rechtliche Rahmen entsteht dadurch, dass Auftraggeber die Zertifizierung als Anforderung in Ausschreibungen aufnehmen. Die VgV erlaubt dies als Eignungskriterium, sofern es verhältnismäßig ist und gleichwertiger Nachweis akzeptiert wird. Bei europäischen Vergaben verweisen Sie auf EMAS oder ISO 14001 und bieten die Möglichkeit zum gleichwertigen Nachweis an.
Für Sie als Auftraggeber ist ISO 14001 eine Gewähr dafür, dass das Reinigungsunternehmen strukturiert am Umweltmanagement arbeitet. Das Unternehmen hat seine Umweltaspekte erfasst (Mittelverbrauch, Abfall, Transport), Ziele gesetzt und misst regelmäßig den Fortschritt. Jährliche Audits durch eine externe Zertifizierungsstelle sichern die Kontinuität.
In der Praxis schlägt sich ISO 14001 bei Reinigungsunternehmen in der Erfassung des Mittelverbrauchs, der Abfalltrennung vor Ort, der Wahl umweltfreundlicher Produkte und der effizienten Routenplanung nieder. Als Auftraggeber können Sie im Vertragsgespräch die Umweltziele und -leistungen besprechen und in die regelmäßige Bewertung des Dienstleisters einbeziehen.
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