Reinigung beim hybriden Arbeiten: Herausforderungen und Lösungen
Hybrides Arbeiten hat die Belegungsmuster in Büros grundlegend verändert. Montag und Freitag sind oft ruhig, Dienstag bis Donnerstag belebt. Feste Arbeitsplätze weichen Flex-Desks. Dies hat direkte Konsequenzen für die Organisation, Messung und Abrechnung von Reinigungsleistungen.
Deutsche Rahmenbedingungen
Deutschland erlebte nach der COVID-19-Pandemie einen starken Anstieg des hybriden Arbeitens. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) arbeiten rund 25 Prozent der deutschen Beschäftigten regelmäßig im Homeoffice. Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) stellt unveränderte Anforderungen an Hygiene unabhängig von der Belegungsquote. Viele Unternehmen haben ihre Büros auf Activity-Based Working (ABW) umgestellt, was die GEFMA und der RealFM als Branchenverbände in Empfehlungen zur flexiblen Flächennutzung aufgreifen. Die Digitalisierung von Belegungsdaten über Sensorik ist Grundlage für bedarfsgesteuerte Reinigungskonzepte.
Schlüsselbegriffe
- Belegungsquote
- Der Prozentsatz der Arbeitsplätze, die zu einem bestimmten Zeitpunkt tatsächlich genutzt werden. Beim hybriden Arbeiten schwankt dieser stark nach Tag und Zone.
- Activity-Based Working
- Bürokonzept, bei dem Mitarbeitende keinen festen Arbeitsplatz haben, sondern aus auf ihre Tätigkeit abgestimmten Zonen wählen: Konzentration, Besprechung, Telefon, Zusammenarbeit.
- Sensorgesteuerte Reinigung
- Einsatz von Belegungssensoren, um die Reinigung am tatsächlichen Nutzungsgrad statt an festen Plänen auszurichten.
- Flexibler Vertrag
- Reinigungsvertrag, bei dem der Einsatz mit der Belegung schwankt. Abrechnung auf Basis tatsächlich gereinigter Arbeitsplätze oder registrierter Nutzung.
- Clean-Desk-Policy
- Hausregel, dass Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz leer hinterlassen. Beschleunigt den Reinigungsprozess und ermöglicht flexible Arbeitsplatzreinigung.
Schritt-für-Schritt-Vorgehen
Beginnen Sie mit einem Überblick über die Belegungsmuster. Nutzen Sie Zugangsdaten, WLAN-Registrierungen oder Belegungssensoren, um pro Tag und Zone zu sehen, wie viele Arbeitsplätze belegt sind. Dies liefert die Grundlage für einen flexiblen Reinigungsplan.
Passen Sie anschließend den Reinigungsplan an. An Tagen mit geringer Belegung können nicht genutzte Arbeitsplätze übersprungen oder nur Kontaktflächen abgewischt werden. Sanitäranlagen und Küchen erfordern auch bei geringer Belegung tägliche Aufmerksamkeit, jedoch mit weniger intensivem Einsatz. Definieren Sie ein Grundniveau, das immer gilt, und einen variablen Anteil, der mit der Belegung schwankt.
Der Vertrag muss diese Flexibilität ermöglichen. Arbeiten Sie mit einem Bandbreitenmodell: eine feste Vergütung für das Grundniveau und eine variable Komponente für den belegungsabhängigen Einsatz. Vereinbaren Sie, wie die Belegung gemessen wird und wie schnell das Reinigungsteam auf- oder abbauen kann. Eine Clean-Desk-Policy ist dabei keine Kür, sondern Voraussetzung — ein Schreibtisch voller persönlicher Gegenstände lässt sich nicht effizient reinigen.
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