Sanitärmanagement in Büroumgebungen
Sanitärbereiche sind die kritischste Zone für die Nutzerzufriedenheit in Büros. Beschwerden über die Reinigung betreffen in der Mehrheit der Fälle Toiletten und Waschräume. Gutes Sanitärmanagement kombiniert hohe Reinigungsfrequenzen mit konsequentem Dispenser-Management und proaktiver Wartung.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland regelt die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) in Verbindung mit der ASR A4.1 (Sanitärräume) die Mindestanforderungen an Toiletten, Waschräume und Umkleiden am Arbeitsplatz. Die ASR A4.1 schreibt konkrete Mindestanzahlen von Toiletten pro Beschäftigte, Lüftungsanforderungen und Raumtemperaturen vor. Die DGUV Regel 101-003 enthält zusätzliche Hygiëneanforderungen für Sanitäranlagen in Betrieben. Das Umweltbundesamt empfiehlt wassersparende Installationen und publiziert Leitfäden für den nachhaltigen Betrieb von Sanitäranlagen in gewerblichen Gebäuden.
Schlüsselbegriffe
- Dispenser-Management
- Überwachung und Auffüllung der Verbrauchsartikel in Sanitärräumen: Seife, Handtücher, Toilettenpapier und ggf. Desinfektionsmittel. Leere Dispenser sind die häufigste Beschwerde.
- Kontaktflächenreinigung
- Gezielte Reinigung viel berührter Oberflächen in Sanitärbereichen: Türgriffe, Armaturen, Spülknöpfe, Lichtschalter. Entscheidend für die Hygiene.
- Zwischenrunde
- Zusätzliche Reinigungs- oder Auffüllrunde außerhalb der regulären Reinigungsgänge. Bei intensiv genutzten Sanitärbereichen oft erforderlich.
- Sanitär-Logbuch
- Erfassung der durchgeführten Reinigungsgänge und Auffüllaktionen. Macht für Nutzer sichtbar, was getan wurde, und hilft bei der Beschwerdebearbeitung.
- Geruchsmanagement
- Maßnahmen gegen unangenehme Gerüche in Sanitärbereichen: ausreichende Belüftung, regelmäßige Reinigung von Siphons und Abflüssen sowie ggf. Lufterfrisungssysteme.
Schritt-für-Schritt-Vorgehen
Inventarisieren Sie alle Sanitärräume und deren Nutzungsintensität. Eine Toilettengruppe neben der Kantine wird intensiver genutzt als eine auf einem schwach belegten Stockwerk. Stimmen Sie die Reinigungsfrequenz auf die Nutzung ab: intensiv genutzte Sanitärbereiche erfordern mindestens zweimal täglich Reinigung plus eine Zwischenrunde.
Organisieren Sie das Dispenser-Management als separaten Prozess. Legen Sie Auffüllnormen fest (Dispenser werden aufgefüllt, sobald sie weniger als ein Viertel gefüllt sind) und weisen Sie Verantwortlichkeiten zu. Bei größeren Büros lohnt es sich, Auffüllen und Reinigen zu trennen: Die Auffüllrunde kann von einem Servicemitarbeiter durchgeführt werden, der auch Meldungen aufnimmt.
Messen Sie die Sanitärqualität getrennt vom Rest des Gebäudes. Verwenden Sie Qualitätsmessungen mit dem höheren Normqualitätsniveau, das für Sanitärbereiche gilt. Kombinieren Sie dies mit periodischen ATP-Messungen an Kontaktpunkten. Ein Logbuch am Eingang des Sanitärbereichs macht für Nutzer sichtbar, dass regelmäßig gereinigt wird, und senkt die Beschwerdeschwelle.
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