VMS: Videomanagementsysteme im Vergleich
Ein Videomanagementsystem (VMS) ist die Software, die Kamerabilder empfängt, speichert, anzeigt und analysiert. Es ist das Herzstück des CCTV-Systems. Die Wahl des richtigen VMS bestimmt die Möglichkeiten für Überwachung, Aufzeichnungsrückblick, Analytics und Integration mit anderen Sicherheitssystemen.
Deutsche Rahmenbedingungen
Auf dem deutschen Markt sind Milestone XProtect, Genetec Security Center, Axis Camera Station und Bosch Video Management System die verbreitetsten Enterprise-VMS-Plattformen. Für kleinere Installationen bieten Synology Surveillance Station und QNAP QVR Pro kostengünstige Alternativen. Der VdS (VdS 3138 Videoüberwachung) und VEBON-NOVB bieten technische Richtlinien für die Auswahl und Implementierung von VMS-Systemen. Das BSI (BSI TR-02102) gibt Empfehlungen für die sichere Konfiguration von VMS-Lösungen.
Schlüsselbegriffe
- VMS (Video Management System)
- Software, die Kamerabilder aufzeichnet, speichert, anzeigt und analysiert. Die zentrale Verwaltungsplattform für das CCTV-System.
- Offene Plattform
- VMS, das Kameras verschiedener Hersteller unterstützt, im Gegensatz zu einem geschlossenen System, das nur eigene Kameras akzeptiert.
- Lizenzmodell
- Die Kostenstruktur des VMS: pro Kamera, pro Server oder pro Funktionsmodul. Bestimmend für die Total Cost of Ownership.
- Failover
- Automatische Übernahme durch einen Reserve-Server, wenn der primäre VMS-Server ausfällt. Wesentlich für eine kontinuierliche Überwachung.
- Smart Search
- Suchfunktion, mit der spezifische Ereignisse in aufgezeichneten Bildern schnell auf Basis von Bewegung, Richtung oder Bildbereichslokalisierung gefunden werden.
Anwendung in der Praxis
Die Auswahl eines VMS beginnt mit der Skalierungsfrage. Wie viele Kameras müssen jetzt verwaltet werden und wie viele in fünf Jahren? Für Installationen bis zu fünfzig Kameras genügt ein Einsteigermodell. Über hundert Kameras sind Enterprise-Funktionen wie Failover, verteilte Speicherung und rollenbasierter Zugang unverzichtbar. Wählen Sie eine offene Plattform, die Kameras mehrerer Hersteller unterstützt — das verhindert Vendor-Lock-in.
Die Integrationsfähigkeit ist ein Unterscheidungsmerkmal. Ein VMS, das mit dem Zutrittskontrollsystem, dem Einbruchmeldesystem und dem Gebäudemanagementsystem gekoppelt ist, bietet ein integriertes Sicherheitsbild. Bei einer Alarmmeldung kann das VMS automatisch die zugehörigen Kameras anzeigen. Bei einem Zutrittsereignis kann das zugehörige Kamerabild gespeichert werden. Diese Integrationen steigern die Effektivität der Sicherheitsleitstelle erheblich.
Bewerten Sie die Total Cost of Ownership über fünf Jahre. Neben den Lizenzkosten pro Kamera zählen Serverkosten, Speicherkosten (abhängig von Auflösung, Bildrate und Aufbewahrungsfrist), Wartungsvertrag und eventuelle Cloud-Speicherung. Holen Sie Referenzen von vergleichbaren Organisationen ein und testen Sie das System in einem Pilotversuch mit zehn bis zwanzig Kameras, bevor Sie es vollständig ausrollen.
Verwandte Themen
Verfolgen Sie die neuesten Nachrichten zu diesem Thema über CCTV-bewaking auf FM Radar →