Wärmebildkameras: Anwendungen im Facility Management
Wärmebildkameras erfassen Wärmestrahlung statt sichtbares Licht. Sie funktionieren in völliger Dunkelheit, durch Rauch und Nebel hindurch und ohne Kunstlicht. Im Facility Management bieten sie Anwendungen, die über die reine Überwachung hinausgehen: von der Brandprävention bis zum Energiemanagement.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland sind Wärmebildkameras verbreitet bei der Perimetersicherung von Industrieanlagen, Rechenzentren und Logistikzentren. Hersteller wie FLIR (Teledyne), Hikvision, Axis und Bosch Security bieten Wärmebildkameras für den Sicherheitsmarkt an. Die DSGVO ist anwendbar, wenn Personen auf den Aufnahmen erkennbar sind – bei reinen Wärmebildkameras ist dies in der Regel nicht der Fall, bei Bi-Spektrum-Kameras (thermisch + visuell) hingegen schon. Die VdS-Richtlinie 2366 gilt auch für thermische Überwachungssysteme.
Schlüsselbegriffe
- Wärmebildkamera
- Kamera, die Infrarotstrahlung (Wärme) erfasst und in ein Bild umwandelt. Funktioniert ohne sichtbares Licht und ist damit für Dunkelheit und Nebellagen geeignet.
- Perimeterschutz
- Überwachung der Außengrenze eines Geländes. Wärmebildkameras detektieren Eindringlinge unabhängig von Lichtverhältnissen und witterungsbedingt.
- Temperaturschwellenalarm
- Funktion, bei der die Kamera Alarm gibt, wenn eine gemessene Temperatur einen Schwellenwert überschreitet. Geeignet für die Brandprävention in technischen Räumen.
- Bi-Spektrum-Kamera
- Kamera, die sowohl ein Wärmebild als auch ein visuelles Bild liefert. Der Thermalsensor detektiert, der visuelle Sensor identifiziert – relevant für die DSGVO-Beurteilung.
- Thermografische Analyse
- Systematische Auswertung von Wärmebildaufnahmen zur Erkennung von Wärmebrücken, Leckagen und elektrischen Hotspots in Gebäuden und Anlagen.
Anwendung in der Praxis
Die direkteste Anwendung ist der Perimeterschutz. Wärmebildkameras detektieren Personen und Fahrzeuge auf Entfernungen von mehreren hundert Metern, Tag und Nacht, ohne dass Beleuchtung erforderlich ist. Dies macht sie ideal für die Überwachung von Geländegrenzen, Parkflächen und Lagerbereichen. Der Verzicht auf Beleuchtung spart Energie und verhindert Lichtemissionen für Anwohner.
Eine zweite Anwendung ist die Brandprävention. Wärmebildkameras in Technikräumen, Schaltschränken oder Lagerhallen detektieren abnormale Temperaturanstiege, bevor ein Brand ausbricht. Die Kamera gibt Alarm, wenn ein eingestellter Schwellenwert überschritten wird – Zeit zur Inspektion und zum Eingreifen, bevor Schäden entstehen. Dies ist besonders wertvoll in Räumen, die selten betreten werden.
Eine dritte Anwendung ist das Energiemanagement. Eine thermografische Analyse der Gebäudehülle zeigt Wärmeverluste: schlecht isolierte Wände, undichte Fensterrahmen, versagende Dachdämmung. Obwohl dies in der Regel mit einer Handkamera durchgeführt wird, können fest installierte Wärmebildkameras kontinuierlich die Außenfassade überwachen und trendmäßig Wärmelecks signalisieren. Die Investition in eine Wärmebildkamera (1.000 bis 5.000 Euro) amortisiert sich beim Perimeterschutz durch niedrigere Beleuchtungs- und Bewachungskosten.
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