Wie entwirft man ein CCTV-Layout für ein Gebäude?
Ein gutes CCTV-Layout beginnt nicht bei den Kameras, sondern beim Sicherheitskonzept. Welche Bereiche müssen überwacht werden, was soll die Kamera erfassen (Überblick, Erkennung oder Identifikation) und wie verhält sich die Videoüberwachung zu anderen Sicherheitsmaßnahmen? Ein durchdachtes Layout verhindert tote Winkel und unnötige Kameras.
Deutsche Rahmenbedingungen
Die DIN EN 62676-4 beschreibt Richtlinien für den Entwurf von Videoüberwachungssystemen. Die VdS-Richtlinie 2366 (Planung und Einbau von Videoüberwachungsanlagen) des VdS Schadenverhütung bietet einen praxisnahen Planungsrahmen. Das Zentrum für Kriminalprävention und Sicherheit (ZKS) und das Deutsche Präventionstag-Netzwerk geben Empfehlungen zu Kamerapositionen bei Gewerbeobjekten. Eine DSFA ist vor der Realisierung bei großflächiger Überwachung Pflicht.
Schlüsselbegriffe
- DORI-Klassifikation
- Standard, der zwischen Detektion (etwas bewegt sich), Observation (was sich bewegt), Recognition/Erkennung (wer es ist) und Identifikation (Beweis) unterscheidet. Bestimmt die erforderliche Pixeldichte.
- Pixeldichte (PPM)
- Pixel pro Meter auf dem überwachten Objekt. Detektion erfordert 25 PPM, Erkennung 125 PPM, Identifikation 250 PPM.
- Sichtfeld (FoV)
- Der Bereich, den eine Kamera abbildet, bestimmt durch Brennweite und Sensorgröße.
- Toter Winkel
- Ein Bereich, der von keiner Kamera erfasst wird. Tote Winkel an kritischen Punkten (Eingänge, Fluchtwege) sind ein Sicherheitsrisiko.
- Kamera-Überlappungszone
- Bereich, der von mehreren Kameras erfasst wird. An kritischen Punkten erwünscht für Redundanz und bessere Beweissicherung.
Schritt-für-Schritt-Vorgehen
Beginnen Sie mit dem Grundriss und markieren Sie die kritischen Punkte: Eingänge, Notausgänge, Parkhauseinfahrten, Laderampen, Lager und Geldautomaten. Bestimmen Sie je Punkt, ob Sie Detektion, Erkennung oder Identifikation benötigen. Am Haupteingang wollen Sie Personen identifizieren (250 PPM), auf dem Parkplatz genügt Fahrzeugdetektion (25 PPM). Die DORI-Klassifikation übersetzt sich direkt in Kameraauswahl und -position.
Zeichnen Sie die Sichtfelder auf dem Grundriss ein. Berücksichtigen Sie Hindernisse: Stützen, aufschwingende Türen, Bäume und Parkschilder. Prüfen Sie auf tote Winkel, insbesondere bei Gangecken, Treppenhäusern und Laderampen. Wo Kameras einen kritischen Punkt überwachen, ist Überlappung erwünscht: Fällt eine Kamera aus oder wird manipuliert, deckt die andere den Punkt noch ab.
Achten Sie auf Lichtverhältnisse. Kameras am Eingang müssen tagsüber mit Gegenlicht (Sonne durch Glasfassade) umgehen und nachts bei wenig Licht funktionieren. WDR (Wide Dynamic Range) und Infrarotbeleuchtung sind Standardfunktionen, die hierbei helfen. Testen Sie die Kameras an den vorgesehenen Standorten zu verschiedenen Tageszeiten, bevor Sie die endgültige Installation durchführen. Dokumentieren Sie das Layout in der Kameratabelle und legen Sie es als Anhang zur CCTV-Richtlinie fest.
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