Functie

Der Asset Manager Retail im Facility Management

Der Asset Manager Retail ist verantwortlich für die Optimierung der Rendite eines Einzelhandelsimmobilienportfolios. Die Funktion bildet das Bindeglied zwischen dem Eigentümer-Investor und dem Facility Manager, der das Tagesgeschäft führt. Das Verständnis dieser Zusammenarbeit ist entscheidend für ein effektives Facility Management.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland arbeiten Asset Manager Retail häufig bei institutionellen Investoren (Pensionskassen, Versicherungsgesellschaften) oder spezialisierten Immobilienverwaltern wie Union Investment, DWS oder CBRE. Die IREBS (International Real Estate Business School, Universität Regensburg) und die RICS (Royal Institution of Chartered Surveyors) bieten anerkannte Qualifikationen für Immobilienprofessionals. Nationale Verbände wie gif, ZIA und RICS Deutschland veröffentlichen Bewertungsstandards und Berufsrichtlinien. Die gif-Richtlinien zur Immobilienwirtschaft definieren Kennzahlen wie Nettoanfangsrendite und WAULT, die auch FM-relevante Berichtspflichten beeinflussen.

Schlüsselbegriffe

IREBS / RICS
IREBS: International Real Estate Business School (Universität Regensburg), führende akademische Weiterbildung für Immobilienprofessionals in Deutschland. RICS: Royal Institution of Chartered Surveyors, internationale Berufsorganisation mit anerkannter Zertifizierung (MRICS/FRICS).
Nettoanfangsrendite (NAR)
Die Nettomieteinnahmen als Prozentsatz des Marktwerts, die wichtigste Renditegröße im Immobilienbereich.
Capex
Capital Expenditure, Investitionsausgaben für Verbesserung oder Erweiterung des Immobilienbestands, abzugrenzen von laufender Instandhaltung.
WAULT
Weighted Average Unexpired Lease Term, die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge in einem Portfolio.
gif-Richtlinien
Richtlinien der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung für Bewertung, Kennzahlen und Berichterstattung in der deutschen Immobilienwirtschaft.

Aufgaben und Verantwortlichkeiten

Der Asset Manager Retail steuert auf Wertentwicklung, Mieteinnahmen und Risikomanagement des Portfolios. Täglich trifft er Abwägungen zwischen Investitionen in das Objekt, Mieterbindung und Renditezielen. Der Facility Manager liefert dafür die operativen Daten: technischer Zustand, Energieleistungen, Nebenkosten und Mieterzufriedenheit.

Die Zusammenarbeit mit FM ist bidirektional. Der Asset Manager setzt den Rahmen: Budget, Qualitätsniveau, Nachhaltigkeitsambitionen. Der Facility Manager übersetzt dies in operative Pläne und berichtet über Ausführung und Abweichungen. Bei Investitionsentscheidungen (neue Anlage, Sanierung, Erweiterung) liefert der Facility Manager die technische Begründung.

Der Asset Manager Retail ist typischerweise akademisch ausgebildet in Immobilienwirtschaft, Betriebswirtschaft oder Wirtschaftswissenschaften, ergänzt durch eine IREBS-Weiterbildung oder vergleichbares Programm. RICS-Mitgliedschaft (MRICS oder FRICS) ist international anerkannt. Facility Manager, die in das Asset Management wechseln möchten, investieren in Immobilienbewertungs- und Finanzierungskenntnisse über IREBS oder vergleichbare Programme. GEFMA und IFMA bieten ergänzende Zertifizierungen, die die Brücke zwischen FM und Asset Management stärken.

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