Praktijk

Energiemanagement im Einzelhandelsportfolio

Energiekosten machen einen wesentlichen Teil der Betriebskosten von Einkaufszentren aus. Angesichts steigender Energiepreise und verschärfter Regulierung zur Energieeffizienz ist Energiemanagement eine Kernkompetenz für Facility Manager in Einzelhandelsimmobilien. Strukturiertes Energiemanagement erzielt Einsparungen und stärkt die Nachhaltigkeitsposition.

Deutsche Rahmenbedingungen

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und die Energieeffizienzrichtlinie (EED) stellen Anforderungen an den Energieverbrauch von Nichtwohngebäuden. Das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) verpflichtet Nicht-KMU zu regelmäßigen Energieaudits nach DIN EN 16247. BAFA und KfW fördern Energieeffizienzmaßnahmen in Gewerbeimmobilien, darunter LED-Umrüstung, Gebäudeautomation und Wärmerückgewinnung. Das EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) und die CO₂-Bepreisung nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) erhöhen den wirtschaftlichen Druck zur Dekarbonisierung von Einkaufszentren. EHI und ZIA veröffentlichen Energieverbrauchs-Benchmarks für den deutschen Einzelhandel.

Schlüsselbegriffe

Energiemonitoring
Kontinuierliche Messung und Analyse des Energieverbrauchs pro Gebäude, Anlage oder Mieter, um Abweichungen und Einsparpotenziale zu identifizieren.
Informationspflicht
Gesetzliche Pflicht, dem BAFA oder der zuständigen Behörde zu berichten, welche energieeinsparenden Maßnahmen umgesetzt wurden.
Anerkannte Maßnahmen
Energiesparmaßnahmen, die Unternehmen verpflichtend umzusetzen haben, wenn die Amortisationszeit fünf Jahre oder weniger beträgt.
Wärmerückgewinnung
Technik, bei der Restwärme aus der Abluft genutzt wird, um Frischluft vorzuwärmen. Spart 20–40 % der Heizenergie.
Energiepfad (Dekarbonisierungspfad)
Mittelfristiger Plan zur schrittweisen Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO₂-Emissionen einer Immobilie, abgestimmt auf GEG- und EPBD-Zielanforderungen.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

Beginnen Sie mit der Installation intelligenter Energiezähler auf Gebäudeebene und bei großen Einzelverbrauchern (HVAC, Beleuchtung, Rolltreppen). Analysieren Sie die Verbrauchsmuster über mindestens ein Jahr, um saisonale Effekte zu identifizieren. Vergleichen Sie den Verbrauch pro m² mit EHI- oder ZIA-Benchmarks, um festzustellen, ob Sie über oder unter dem Durchschnitt liegen.

Setzen Sie die anerkannten Maßnahmen um, die zur Pflichterfüllung nach EDL-G und GEG erforderlich sind: LED-Beleuchtung in Gemeinschaftsbereichen, Bewegungsmelder in Parkhäusern, Wärmerückgewinnung bei Lüftungssystemen und Dämmung von Heizleitungen. Nutzen Sie BAFA- und KfW-Förderungen zur Finanzierung der Investitionen.

Stimmen Sie das Energiemanagement auf Besucherdaten ab. Beleuchtung und Klimatisierung in Gemeinschaftsbereichen müssen außerhalb der Öffnungszeiten nicht auf voller Kapazität laufen. Implementieren Sie ein Gebäudebeherrschungssystem, das auf Basis von Zeitprogrammen und Sensoren automatisch zurückregelt. Berichten Sie monatlich über Energieverbrauch, Kosten und Einsparungen an den Asset Manager und jährlich über das BAFA-Onlineportal.

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