Demand Response und Energiemarkt: Chancen fuer das FM
Demand Response ist die voruebergehende Anpassung des Stromverbrauchs eines Gebaeudes als Reaktion auf Preissignale oder Netzengpaesse. Mit der Energiewende wird das Stromnetz haeufiger ueberlastet. Gebaeude, die flexibel schalten koennen, werden mit niedrigeren Energiekosten belohnt und tragen zur Netzstabilitaet bei.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland ermoeglicht das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) Demand-Response-Programme. Die Bundesnetzagentur reguliert die Rahmenbedingungen fuer steuerbare Verbraucher und Aggregatoren. Uebertragungsnetzbetreiber wie TenneT, Amprion, 50Hertz und TransnetBW kaufen Regelenergie ein, an der grosse Verbraucher teilnehmen koennen. Die VDE-Anwendungsregel VDE-AR-N 4141 regelt technische Anforderungen an steuerbare Verbraucher. Plattformen wie Next Kraftwerke und Enel X buendeln Flexibilitaetspotenziale von FM-Objekten am Regelenergiemarkt. Das Energieeffizienzgesetz (EnEfG 2023) setzt weitere Rahmenbedingungen fuer intelligente Laststeuerung.
Schlüsselbegriffe
- Demand Response (Lastverlagerung)
- Das bewusste Verschieben des Stromverbrauchs auf Zeitpunkte, an denen Strom guenstiger oder reichlicher verfuegbar ist.
- Aggregator
- Partei, die die Flexibilitaetspotenziale mehrerer Gebaeude buendelt und als Paket am Energiemarkt anbietet.
- Netzengpass
- Ueberlastung des Stromnetzes, bei der nicht alle beantragten Transport- oder Anschlusskapazitaeten bereitgestellt werden koennen.
- Regelenergiemarkt
- Markt, auf dem Netzbetreiber in Echtzeit Strom kaufen oder verkaufen, um Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht zu halten.
- Thermische Masse
- Die Faehigkeit eines Gebaeudes, Waerme oder Kaelte zu speichern; bestimmt, wie lange Heizung oder Kuehlung abgeschaltet werden kann, ohne Komfortverlust.
Wie es funktioniert
Demand Response funktioniert, weil Gebaeude bestimmte Energieverbraucher voruebergehend abschalten oder verlagern koennen, ohne dass Nutzer es bemerken. Die am besten geeigneten Verbraucher in Buerogebaeuden sind Klimaanlagen (Kaeltemaschinen, Waermepumpen), Ladesaeulen fuer Elektrofahrzeuge und Batteriespeichersysteme. Durch Nutzung der thermischen Masse kann die Kuehlung beispielsweise eine Stunde ausgesetzt werden, ohne merklichen Komfortverlust.
Ein Aggregator verbindet das Gebaeudemanagementsystem mit dem Energiemarkt. Wenn der Strompreis eine Spitze erreicht oder der Netzbetreiber eine Lastabschaltung anfordert, sendet der Aggregator ein Signal und schaltet das System automatisch ab oder um. Nach der Spitzenzeit startet das System neu. Die Verguetung fuer diese Flexibilitaet variiert, kann bei grossen Gebaeuden aber mehrere tausend Euro pro Jahr betragen.
Fuer Facility Manager bedeutet dies eine neue Rolle: das Gebaeude nicht nur fuer Komfort und Effizienz zu managen, sondern auch als flexibles Asset am Energiemarkt. Voraussetzungen sind ein modernes Gebaeudemanagementsystem mit digitaler Steuerung, Kenntnis der thermischen Masse und ein Vertrag mit einem Aggregator. Beginnen Sie mit einem Pilotprojekt in einem Gebaeude, um Erfahrungen zu sammeln.
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