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PPA: Power Purchase Agreement fuer FM-Organisationen

Ein Power Purchase Agreement (PPA) ist ein Langfristvertrag fuer die Abnahme erneuerbarer Energie, in der Regel von einem Wind- oder Solarpark. Fuer FM-Organisationen bietet ein PPA Preisstabilitaet, nachweislich gruenen Strom und einen Beitrag zur Scope-2-Reduzierung. Es ist ein strategisches Beschaffungsinstrument, das ueber einen Standard-Gruenstromvertrag hinausgeht.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland waechst der PPA-Markt stark. Die Bundesnetzagentur hat den regulatorischen Rahmen fuer bilaterale Energievertraege praezisiert. Grosse Anbieter wie EnBW, RWE und Vattenfall schliessen PPAs mit Unternehmen fuer Laufzeiten von fuenf bis fuenfzehn Jahren ab. Das EEG und das EnWG bilden den rechtlichen Rahmen. Herkunftsnachweise (HKN) werden vom Herkunftsnachweisregister (HKNR) der Bundesnetzagentur verwaltet. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) veroeffentlicht Marktdaten und Leitfaeden fuer Unternehmens-PPAs. Die EU-Taxonomieverordnung erkennt PPAs als Instrument zur Verbesserung des Scope-2-Profils an.

Schlüsselbegriffe

PPA
Langfristvertrag (5-15 Jahre) zwischen einem Abnehmer und einem Produzenten erneuerbarer Energie, mit Vereinbarungen ueber Volumen, Preis und Laufzeit.
Herkunftsnachweis (HKN)
Zertifikat, das belegt, dass 1 MWh Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt wurde; getrennt vom physischen Strom handelbar.
Physical PPA
PPA, bei dem der Strom physisch ueber das Netz an den Abnehmer geliefert wird, im Gegensatz zu einem Virtual PPA.
Virtual PPA (VPPA)
Finanzkontrakt, bei dem Abnehmer und Produzent die Preisdifferenz abrechnen, ohne physische Stromlieferung; auch Contract for Difference genannt.
Grundlastprofil
Konstantes Abnahmemuster ueber das Tagesband; ein PPA liefert in der Regel ein variables Profil, das Ergaenzung benoetigt.

Anwendung in der Praxis

Ein PPA ist fuer FM-Organisationen mit einem Jahresverbrauch ab ca. 5 GWh interessant. Bei geringerem Volumen sind die Transaktionskosten relativ hoch; hier bietet ein kollektives PPA ueber eine Einkaufsgemeinschaft Abhilfe. Die Abwaegung beginnt bei der Frage, was Sie erreichen wollen: Preisstabilitaet, nachweislich zusaetzlichen Gruenstrom oder beides.

Bei einem Physical PPA schliessen Sie einen Liefervertrag mit einem spezifischen Wind- oder Solarpark ab. Der Strom wird ueber das Netz geliefert, aber Sie wissen genau, woher er kommt. Bei einem Virtual PPA gibt es keine physische Lieferung: Sie vereinbaren einen Festpreis und rechnen regelmaessig die Differenz zum Marktpreis ab. Der Vorteil ist Flexibilitaet beim Standort, der Nachteil ist, dass Sie separat Strom beschaffen muessen.

Bei der Vertragsverhandlung achten Sie auf die Preisformel (fest, indexiert oder hybrid), die Volumenvereinbarungen (pay-as-produced oder feste Volumina), die Laufzeit, die Ausgleichskosten und die Kuendigungsbedingungen. Schalten Sie einen Energieberater ein, der Erfahrung mit PPA-Strukturierung hat. Halten Sie in Ihrer internen Berichterstattung fest, wie das PPA zu Ihrer Scope-2-Reduzierung und den Nachhaltigkeitszielen beitraegt.

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