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Waermepumpe versus BHKW im Buerogebaeude: Vergleich fuer das FM

Bei der Erneuerung einer Gasheizung stehen Facility Manager vor der Wahl: Waermepumpe oder Blockheizkraftwerk (BHKW)? Beide Technologien reduzieren die Abhaengigkeit von Erdgas, aber auf grundlegend unterschiedliche Weise. Die richtige Wahl haengt vom Gebaeudeprofil, dem Energiebedarf und den Nachhaltigkeitszielen ab.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland regelt das GEG seit 2024 die Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien beim Heizungsaustausch. Die Bundesfoerderung fuer effiziente Gebaeude (BEG) unterstuetzt Waermepumpen mit Zuschuessen bis zu 70 Prozent der foerderfahigen Kosten. BHKWs werden durch das Kraft-Waerme-Kopplungsgesetz (KWKG) gefoerdert. BHKWs ueber 20 MW unterliegen dem EU-Emissionshandel (ETS). Die DIN EN 14511 definiert Leistungsanforderungen fuer Waermepumpen. Der BHKW-Bundesverband veroeffentlicht Wirtschaftlichkeitsleitfaeden. Die GEFMA begleitet FM-Professionals bei der Bewertung beider Technologien im Kontext der Betreiberverantwortung.

Schlüsselbegriffe

COP (Coefficient of Performance)
Mass fuer die Effizienz einer Waermepumpe: das Verhaeltnis zwischen abgegebener Waerme und verbrauchtem Strom. Ein COP von 4 bedeutet 4 kWh Waerme je 1 kWh Strom.
BHKW (Blockheizkraftwerk)
Anlage, die gleichzeitig Strom und Waerme aus einem Brennstoff erzeugt, in der Regel Erdgas, mit einem Gesamtwirkungsgrad bis zu 90 Prozent.
Quelltemperatur
Die Temperatur der Waermequelle (Erdreich, Luft, Grundwasser), die den Wirkungsgrad einer Waermepumpe wesentlich beeinflusst.
Vorlauftemperatur
Die Temperatur, mit der Waerme an das Gebaeude abgegeben wird; Niedertemperatursysteme wie Fussbodenheizung sind fuer Waermepumpen guenstiger.
Gesamtwirkungsgrad
Die Summe aus elektrischem und thermischem Wirkungsgrad eines BHKWs, ausgedrueckt als Prozentsatz des Brennstoffeinsatzes.

Anwendung in der Praxis

Eine Waermepumpe ist die logische Wahl, wenn das Gebaeude ueber ein Niedertemperatur-Uebergabesystem verfuegt (Fussbodenheizung, Kuehldecken) und Platz fuer eine Waermequelle vorhanden ist (Erdsonde, Grundwasserbrunnen oder ausreichend Aussenflaeche fuer Luft-Wasser-Pumpen). Der COP liegt bei Buerogebaeuden in der Regel zwischen 3,5 und 5, abhaengig von Quell- und Vorlauftemperatur. Grosse Vorteile sind die vollstaendige Eliminierung des Erdgasverbrauchs fuer Heizung und die Moeglichkeit zur passiven Kuehlung im Sommer.

Ein BHKW ist interessant, wenn das Gebaeude einen gleichzeitigen Bedarf an Waerme und Strom hat, z. B. bei Gebaeuden mit Rechenzentren, Schwimmbadern oder Produktionsprozessen. Das BHKW laeuft am effizientesten bei hohem und konstantem Waermebedarf. Der Nachteil ist die fortbestehende Abhaengigkeit von Erdgas, es sei denn, Sie wechseln zu Biogas oder Wasserstoff.

Die Entscheidung haengt mit der Langfriststrategie zusammen. Wenn Erdgasfreiheit das Ziel ist, zeigt der Kurs zur Waermepumpe. Hat das Gebaeude derzeit eine hohe Grundlast und suchen Sie einen Zwischenschritt, kann ein BHKW fuer eine Uebergangsphase von zehn bis fuenfzehn Jahren finanziell attraktiv sein.

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