Praktijk

Arbeitnehmerueberlassung versus Festanstellung im FM

Die Facility-Branche kennt eine Mischung aus Festanstellungen, Zeitarbeit und Werkvertraegen. Jede Beschaeftigungsform hat Konsequenzen fuer Kosten, Flexibilitaet, Loyalitaet und rechtliche Pflichten. Die Entscheidung zwischen Arbeitnehmerueberlassung und Festanstellung ist nicht schwarz-weiss und haengt von der Funktion, dem Markt und der strategischen Position der Mitarbeitenden ab.

Deutsche Rahmenbedingungen

Das Arbeitnehmerueberlassungsgesetz (AUeG) regelt die gewerbliche Zeitarbeit in Deutschland und setzt Grenzen fuer Ueberlassungshoechstdauer sowie Gleichstellungsgebot. Die Equal-Pay-Regelung nach 9 Monaten Einsatzdauer ist in der Praxis ein entscheidender Kostenfaktor. Das Mindestlohngesetz (MiLoG) gilt auch fuer Leiharbeitnehmer. Im FM sind Rahmentarifvertraege der iGZ und BAP massgeblich. Scheinselbstaendigkeit wird von den Finanzaemtern verstaerkt geprueft, insbesondere bei Freelancern in Koordinationsfunktionen. Die AEntG-Mindestloehne gelten fuer die Gebaeudereinigung auch bei auslaendischen Entleihbetrieben.

Schlüsselbegriffe

Arbeitnehmerueberlassung (ANUe)
Ein Mitarbeitender ist beim Verleiher angestellt und arbeitet strukturell beim Entleiher. Der Verleiher ist Arbeitgeber; der Entleiher steuert die taegliche Arbeit.
Festanstellung
Ein unbefristeter Arbeitsvertrag direkt zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Bietet Sicherheit, aber weniger Flexibilitaet.
Equal Pay
Gesetzliches Gebot, Leiharbeitnehmer nach neun Monaten Einsatz hinsichtlich Entgelt gleichzustellen mit vergleichbaren Stammarbeitnehmern.
Ueberlassungshoechstdauer
Die gesetzliche Hoechstdauer von 18 Monaten fuer den Einsatz eines Leiharbeitnehmers beim selben Entleiher; laengere Einsaetze erfordern tarifliche Ausnahmen.
Scheinselbstaendigkeit
Die rechtlich fehlerhafte Einordnung eines Beschaeftigungsverhaeltnisses als selbstaendig, obwohl tatsaechlich Weisungsgebundenheit vorliegt. Im FM verstaerkt im Fokus der Pruefbehorden.

Schritt-fuer-Schritt-Ansatz

Treffen Sie die Abwaegung je nach Funktion, nicht fuer die gesamte Organisation. Fuer Kernfunktionen, bei denen Organisationswissen und Bindung entscheidend sind (Facility Manager, Technikspezialisten), ist eine Festanstellung fast immer die bessere Wahl. Fuer Positionen mit wechselnder Auslastung oder spezialisiertem Know-how fuer einen begrenzten Zeitraum ist Zeitarbeit eine logische Option.

Berechnen Sie die tatsaechlichen Kosten beider Varianten. Ein Zeitarbeitnehmer erscheint teurer (Stundensatz), aber der Entleiher traegt keine Kosten fuer Krankheit, Altersvorsorge, Weiterbildung und Kuendigung. Ein Festangestellter ist pro Stunde guenstiger, aber Sie tragen alle Arbeitgeberrisiken. Beachten Sie die Equal-Pay-Pflicht nach neun Monaten: Sie erhoehen die Leiharbeitnehmerkosten erheblich.

Beruecksichtigen Sie auch die nicht-finanziellen Faktoren. Festangestellte sind in der Regel staerker mit der Organisation und dem Gebaeude verbunden. Sie kennen die Kultur, die Nutzer und die Besonderheiten des Gebaeudes. Zeitarbeitnehmer bringen manchmal frische Perspektiven und Spezialwissen mit, doch die Loyalitaet kann geteilt sein. In der Praxis arbeiten die meisten FM-Organisationen mit einer Kombination: einem festen Stamm erganzt durch Zeitarbeit fuer spezifisches Know-how oder Spitzenzeiten.

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