Praktijk

Externer FM-Dienstleister versus Inhouse FM

Die Entscheidung zwischen der Vergabe von Facility-Dienstleistungen an externe Anbieter und der Eigenerbringung ist eine der strategisch bedeutsamsten im FM. Beide Modelle haben Vor- und Nachteile, und die optimale Wahl unterscheidet sich je nach Organisation, Dienstleistung und Kontext. Eine fundierte Abwaegung erfordert mehr als eine Kostenrechnung allein.

Deutsche Rahmenbedingungen

Deutschland hat einen ausgereiften Outsourcing-Markt fuer Facility-Dienstleistungen. Grosse Anbieter wie ISS, WISAG, Dussmann, Sodexo und Gegenbauer bedienen ein breites Spektrum an Auftraggebern. Das Modell des Total Facility Managements (TFM) gewinnt an Bedeutung, wobei eine Partei die Regie ueber alle FM-Dienstleistungen uebernimmt. Die IG BAU und andere Gewerkschaften setzen sich fuer die Sicherung von Arbeitnehmerrechten bei Outsourcing ein. Der Betriebsrat (ArbVG) hat Mitbestimmungsrechte bei wesentlichen Auslagerungsentscheidungen.

Schlüsselbegriffe

Outsourcing
Die strukturelle Vergabe von Facility-Dienstleistungen an einen externen Anbieter. Der Auftraggeber steuert ueber Vertraege und SLAs auf Ergebnisse.
Inhouse
Die Erbringung von Facility-Dienstleistungen mit eigenem Personal. Die Organisation hat direkte Steuerung und traegt das Arbeitgeberrisiko.
Insourcing
Die Zurueckholung frueherer ausgelagerter Dienstleistungen in die eigene Organisation. Kommt vor, wenn Outsourcing nicht den Erwartungen entspricht.
Transaktionskosten
Die Kosten der Steuerung der Auslagerungsbeziehung: Vertragsmanagement, SLA-Monitoring, Gespraeche und Abstimmung. Werden bei Kostenrechnungen oft unterschaetzt.
Kern versus Nicht-Kern
Die Unterscheidung zwischen Kernaktivitaeten (wofuer die Organisation besteht) und unterstuetzenden Aktivitaeten. Outsourcing von Nicht-Kernbereichen ist das gaengige Argument.

Schritt-fuer-Schritt-Vorgehen

Beginnen Sie mit der Klassifizierung Ihrer Facility-Dienstleistungen nach zwei Achsen: strategische Bedeutung und Marktverfuegbarkeit. Dienstleistungen mit geringer strategischer Bedeutung und hoher Marktverfuegbarkeit (Standard-Reinigung, Grunflachenpflege) sind logische Outsourcing-Kandidaten. Dienstleistungen, die direkt den Kernprozess beruehren oder bei denen spezifisches Organisationswissen entscheidend ist, behalten Sie eher im Haus.

Erstellen Sie anschliessend eine vollstaendige Kostenanalyse fuer beide Szenarien. Beim Outsourcing addieren Sie Vertragstarif zuzueglich Transaktionskosten (Vertragsmanagement, SLA-Monitoring, Gespraeche). Im Inhouse-Modell addieren Sie Personalkosten, Overhead, Ausbildung, Krankheitsvertretung und Managementzeit. Die auf den ersten Blick guenstigste Option ist nicht immer die guenstigste in der Realitaet.

Berucksichtigen Sie auch qualitative Faktoren: Wie wichtig ist direkte Steuerung? Wie sensibel ist die Dienstleistung fuer die Unternehmenskultur? Hat der Markt ausreichend qualifizierte Anbieter? In der Praxis waehlen viele FM-Organisationen ein hybrides Modell: kritische Dienstleistungen inhouse, Volumens­dienstleistungen ausgelagert. Ueberprueefen Sie die Entscheidung alle drei bis fuenf Jahre.

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