FM-Funktionshaus: Uebersicht der Facility-Management-Funktionen
Ein FM-Funktionshaus ist eine strukturierte Uebersicht aller Facility-Funktionen innerhalb einer Organisation oder Branche, geordnet nach Niveau und Verantwortung. Es schafft Klarheit ueber Aufgaben, Kompetenzen und Entwicklungsmoeglichkeiten. Fuer HR-Abteilungen ist es die Grundlage fuer Stellenbewertung, Verguetungspolitik und Entwicklungsgespraeche.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland hat die GEFMA ein Kompetenzkompendium fuer das Facility Management entwickelt, das als Referenzrahmen fuer die Branche gilt. Stellenbewertungsverfahren wie Hay und GRANAT werden in der deutschen FM-Branche haeufig eingesetzt. Das Institut fuer Facility Management (IFM) der FH Muenster und vergleichbare Hochschulen liefern Forschungsergebnisse zu FM-Kompetenzprofilen. Die Deutsche Gesellschaft fuer Personalfuehrung (DGFP) unterstuetzt HR-Abteilungen bei der Entwicklung von Funktionshaeusern. CAFM-Systemanbieter wie Planon und Archibus integrieren Funktionshausstrukturen in ihre Software.
Schlüsselbegriffe
- Funktionshaus
- Eine systematische Uebersicht aller Funktionen in einer Organisation oder Branche, mit je Funktion einer Beschreibung von Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Befugnissen und erforderlichen Kompetenzen.
- Funktionsniveau
- Die Gewichtung einer Funktion, bestimmt durch Komplexitaet, Verantwortung und erforderliches Wissen. Grundlage fuer die Eingruppierung in Verguetungsgruppen.
- Kompetenzprofil
- Die Kombination aus Wissen, Faehigkeiten und Verhalten, die fuer eine erfolgreiche Stellenausfuellung erforderlich ist. Grundlage fuer Auswahl, Beurteilung und Entwicklung.
- Stellenbewertung
- Die systematische Bestimmung der relativen Gewichtung von Funktionen untereinander. Verfahren wie Hay und GRANAT werden dafuer eingesetzt.
- Eingruppierung
- Die Zuordnung einer konkreten Stelle zu einer Funktionsgruppe oder einem -niveau im Funktionshaus, massgebend fuer die Verguetungsgruppe.
Anwendung in der Praxis
Das FM-Funktionshaus unterscheidet typischerweise vier Niveaus. Operativ: Reinigungskraft, Empfangsmitarbeiter, Sicherheitsmitarbeiter, Cateringmitarbeiter - direkte Ausfuehrungsarbeit. Taktisch: Teamleiter, Koordinator, Objektverwalter - Steuerung des taeglichen Betriebs. Strategisch: Facility Manager, Vertragsmanager, Projektmanager - Richtlinienfestlegung und Dienstleistungssteuerung. Leitend: Direktor Facility-Services, Konzern-Facility Manager - Teil der Geschaeftsfuehrung.
Fuer jede Funktion beschreibt das Funktionshaus die Kernaufgaben, Verantwortlichkeiten und erforderlichen Kompetenzen. Ein Objektverwalter benoetigt andere Kompetenzen als ein Facility Manager: Ersterer steuert die taegliche Qualitaet, Letzterer Vertragsleistungen und strategische Entscheidungen. Durch diese Explizierung werden Karrieregespraeche konkret: Was muss eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter entwickeln, um aufzusteigen?
Das Funktionshaus ist auch Grundlage fuer faire Verguetung. Durch systematische Stellenbewertung und Zuordnung zu Verguetungsgruppen entsteht interne Konsistenz. Mitarbeitende verstehen, warum Funktionen unterschiedlich verguetet werden und welche Schritte fuer ein hoeheres Niveau erforderlich sind. Aktualisieren Sie das Funktionshaus alle zwei bis drei Jahre, um neue Funktionen wie Smart-Building-Engineer oder FM-Datenanalyst einzupflegen.
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