Praktijk

Krankenstand im FM-Sektor: Massnahmen und Praevention

Der Krankenstand in der Facility-Branche liegt strukturell ueber dem nationalen Durchschnitt, insbesondere in Reinigung und Sicherheit. Die Ursachen sind vielschichtig: koerperlich schwere Arbeit, unregelmaessige Arbeitszeiten, psychische Belastungen und mangelnde Wertschaetzung. Ein aktives betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist keine Sozialmassnahme, sondern eine Investition in die Dienstleistungskontinuitaet.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland regelt das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) die Pflicht des Arbeitgebers zur Gefaehrdungsbeurteilung, die physische und psychische Belastungen beruecksichtigen muss. Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) nach SGB IX ist bei mehr als 6-woechiger Abwesenheit verpflichtend. Die Berufsgenossenschaften (DGUV) foerdern praevention mit branchen­spezifischen Programmen wie dem Praevisionsprogramm der BG Bau und BGN. Krankenkassen wie AOK und TK bieten Kooperationsprogramme fuer betriebliches Gesundheitsmanagement an. Das Institut DGB-Index Gute Arbeit veroeffentlicht jaehrlich Daten ueber Arbeitsbedingungen in FM-Berufen.

Schlüsselbegriffe

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
Systematischer Ansatz zur Foerderung von Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeitenden im Unternehmen: Praevention, Rehabilitation und Arbeitsgestaltung.
Gefaehrdungsbeurteilung
Gesetzlich vorgeschriebene Analyse aller Gefaehrdungen am Arbeitsplatz, die als Grundlage fuer Schutzmassnahmen dient.
Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)
Pflichtverfahren nach mehr als 6-woechiger Abwesenheit, bei dem Arbeitgeber und Mitarbeitende gemeinsam Loesungen zur Wiedereingliederung erarbeiten.
Abwesenheitsquote
Der Prozentsatz der Sollarbeitsstunden, die durch Krankenstand ausfallen. Bundesweiter Durchschnitt 5-6 %; in Ausfuehrungsfunktionen des FM bis zu 8-10 %.
Praesenzismus
Das Erscheinen zur Arbeit trotz Krankheit. Fuhrt kurzfristig zu erhoehter Produktivitaet, laengerfristig aber zu hoeherem Krankenstand und Ansteckungsrisiko.

Wie Sie den Krankenstand senken

Effektives Krankenstands­management beginnt mit der Analyse. Wer fehlt wann und wie haeufig? Gibt es Abteilungen, Standorte oder Schichten mit ueberdurchschnittlichem Krankenstand? Diese Daten zeigen, wo Handlungsbedarf besteht. Eine Gefaehrdungsbeurteilung nach ArbSchG deckt physische und psychische Belastungsfaktoren auf und liefert die Grundlage fuer gezielte Praeventiionsmassnahmen.

Konkrete Massnahmen umfassen: ergonomische Arbeitsmittel (Reinigungswagen, hoehenverstellbare Arbeitstische), Rotation zur Vermeidung einseitiger Belastung, Schulungen zu rueckengerechtem Arbeiten und Programmen zur psychischen Gesundheit. Kooperieren Sie mit Ihrer Krankenkasse: AOK, TK und andere Kassen bieten Praevientionsprogramme, oft kostenlos oder mit Foerderung.

Ein konsequentes BEM nach 6-woechiger Abwesenheit zeigt Mitarbeitenden, dass sie gehoert werden, und reduziert die Wiedereingliederungszeit. Fuehrungskraefte spielen eine Schluesselrolle: Ein Erstgespraech nach Rueckkehr (Willkommens- statt Kontrollfunktion) senkt den Krankenstand nachweislich. Investieren Sie in BGM als strategisches Instrument: jeder Euro, der in Praevention investiert wird, spart im Schnitt vier Euro Krankheitskosten.

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