Was ist der FM-Arbeitsmarkt in Deutschland?
Der Facility-Management-Arbeitsmarkt in Deutschland zaehlt zu den groessten Beschaeftigungssektoren des Landes. Mehr als eine Million Menschen arbeiten in Facility-Funktionen, von Reinigungskraeften und Sicherheitsdiensten bis hin zu Facility Managern und technischen Verwaltern. Es ist ein Arbeitsmarkt mit grosser Vielfalt an Bildungsniveaus, Beschaeftigungsformen und kulturellen Hintergruenden.
Deutsche Rahmenbedingungen
Das Statistische Bundesamt (Destatis) weist Facility-Dienstleistungen in mehreren Wirtschaftsbereichen aus (Gebaeude- und Gartendienstleistungen, Sicherheits- und Schutzdienste, Gemeinschaftsverpflegung). Die Bundesagentur fuer Arbeit berichtet regelmaessig ueber Fachkraeftemangel in Reinigung, Sicherheit und technischen Gebaeudeberufen. Die GEFMA schaetzt die Branchengroesse auf ueber 130 Milliarden Euro Jahresumsatz. Branchenverbande wie der Bundesinnungsverband des Gebaeudereiniger-Handwerks (BIV), BDWS (Sicherheitsdienstleistungen) und DEHOGA (Catering) dokumentieren die Fachkraeftesituation. Die IG BAU und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststaetten (NGG) vertreten Beschaeftigte in der Branche.
Schlüsselbegriffe
- Facility-Dienstleistung
- Die Gesamtheit der Unterstuetzungsleistungen, die den Kernprozess einer Organisation ermoeglicht: Reinigung, Sicherheit, Catering, technischer Betrieb, Empfang und Postbearbeitung.
- Inhouse FM
- Facility-Dienstleistungen durch eigenes Personal des Auftraggebers, im Gegensatz zur Fremdvergabe an externe Dienstleister.
- Outsourcing
- Die Vergabe von Facility-Dienstleistungen an spezialisierte Unternehmen. Dominantes Modell in Deutschland, insbesondere fuer Reinigung und Sicherheit.
- Flex-Fest-Verhaeltnis
- Das Verhaeltnis zwischen flexiblen Arbeitskraeften (Zeitarbeit, Abruf, Selbststaendige) und Festangestellten. Im FM ist der Flexanteil relativ hoch, insbesondere in der Reinigung.
- Fachkraeftemangel
- Situation, in der die Anzahl der offenen Stellen die Anzahl der Stellensuchenden uebersteigt. Im FM fuehrt dies zu laengeren Besetzungszeiten und Lohndruck.
Wie der Markt funktioniert
Der FM-Arbeitsmarkt in Deutschland gliedert sich in zwei Segmente: den Outsourcing-Markt (externe Dienstleister) und den Inhouse-Markt (eigene Facility-Abteilungen bei Auftraggebern). Der Grossteil der Reinigung, Sicherheit und Catering ist an spezialisierte Unternehmen vergeben, waehrend Facility Management, technische Verwaltung und Koordination haeufiger inhouse erbracht werden.
Der Sektor weist eine breite Pyramide auf: Die Basis bilden Ausfuehrungsfunktionen (Reinigung, Sicherheit, Catering) mit ueberwiegend Berufsschulabschluss. Die Mittelschicht umfasst Koordinatoren, Teamleiter und technische Spezialisten. Die Spitze besteht aus Facility Managern, Vertragsmanagern und Fuehrungskraeften mit Hochschulhintergrund.
Kennzeichnend fuer den FM-Arbeitsmarkt ist der hohe Anteil flexibler Beschaeftigung, der grosse Anteil von Beschaeftigten mit Migrationshintergrund (insbesondere in der Reinigung) und die vergleichsweise niedrigen Loehne in Ausfuehrungsfunktionen. Der Fachkraeftemangel zwingt die Branche zu Erneuerung: bessere Arbeitsbedingungen, Investitionen in Ausbildung, technologische Unterstuetzung der Ausfuehrungsarbeit und eine Aufwertung des FM-Berufsbilds.
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