Das PPP-Modell (DBFMO) fuer FM-Fachleute erklaert
DBFMO steht fuer Design, Build, Finance, Maintain und Operate. Es ist ein oeffentlich-privates Partnerschaftsmodell (PPP), bei dem ein privates Konsortium ein Gebaeude plant, baut, finanziert und ueber 20 bis 30 Jahre betreibt und instand haelt. Fuer Facility Manager ist PPP ein grundlegend anderer Kontext: die FM-Leistungen sind fuer Jahrzehnte vertraglich festgelegt.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland werden PPP-Projekte (Oeffentlich-Private Partnerschaften) nach dem Leitfaden Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen bei PPP-Projekten des BMF bewertet. Der PPP-Projektstrukturierungsleitfaden der oePA und des BMVJ bietet methodische Grundlagen. Referenzprojekte umfassen Schulbauprojekte in Hessen und Bayern sowie Bundeswehrkasernen. Das VÖB-Kompendium und die oePA-Schriften dokumentieren Erfahrungswerte. Die Vergabe erfolgt typischerweise im wettbewerblichen Dialog nach VgV. Die GEFMA setzt sich fuer klare FM-Leistungsspezifikationen in PPP-Vertraegen ein.
Schlüsselbegriffe
- PPP/DBFMO
- Vertragsmodell, bei dem ein privates Konsortium Planung, Bau, Finanzierung, Betrieb und Instandhaltung eines Gebaeudes fuer eine lange Vertragslaufzeit integriert.
- Outputspezifikation
- Der Auftraggeber beschreibt das gewuenschte Ergebnis (Verfuegbarkeit, Komfort, Sicherheit) statt der technischen Loesung; das Konsortium waehlt die Mittel.
- Verfuegbarkeitsentgelt
- Periodische Zahlung des Auftraggebers an das Konsortium, abhaengig von Verfuegbarkeit und Leistung des Gebaeudes.
- Lebenszyklusoptimierung
- Die Planung und der Bau mit Blick auf minimale Gesamtkosten ueber die Vertragslaufzeit; fordert nachhaltige Materialwahl.
- Handback
- Die Rueckuebertragung des Gebaeudes an den Auftraggeber am Ende der Vertragslaufzeit in einem vorab vereinbarten Instandhaltungszustand.
So funktioniert es
In einem PPP-Projekt integriert das Konsortium Planung und Betrieb. Dies bricht die traditionelle Trennung auf, bei der der Architekt plant, der Bauunternehmer baut und der Facility Manager nachtraeglich den Betrieb organisieren muss. Da das Konsortium selbst fuer 30 Jahre Instandhaltung verantwortlich ist, hat es einen finanziellen Anreiz, nachhaltig und wartungsarm zu planen.
Der Auftraggeber steuert auf Output: Das Gebaeude muss verfuegbar sein, das Raumklima muss Normen entsprechen, die Sicherheit muss gewahrleistet sein. Bei Unterleistung wird das Verfuegbarkeitsentgelt geminidert. Dieser Mechanismus sorgt dafuer, dass das Konsortium proaktiv instand haelt statt reaktiv repariert.
Fuer Facility Manager in einem PPP-Umfeld veraendert sich die Rolle grundlegend. Man ist nicht mehr der operative Verwalter, sondern der Auftraggeber, der Leistungen ueberwacht und das Konsortium steuert. Dies erfordert Vertragskenntnisse, Leistungsmessfahigkeiten und strategisches Denken. Die Herausforderung liegt in der Balance: Der Vertrag ist fuer Jahrzehnte festgelegt, aber die Organisation und ihre Beduerfnisse veraendern sich.
Verwandte Themen
Verfolgen Sie die neuesten Nachrichten zu diesem Thema über FM-inkoop auf FM Radar →