Concept

Buildings as a Service: Gebaeude als Dienstleistung

Buildings as a Service (BaaS) ist ein Modell, bei dem Organisationen Gebaeudeflaechen und zugehoerige Dienstleistungen als integrierte Leistung beziehen, anstatt Immobilien zu besitzen oder langfristig zu mieten. Aehnlich wie Software as a Service die IT-Welt transformiert hat, verspricht BaaS, den Immobilien- und FM-Markt zu veraendern. Das Modell ist noch jung, aber die Konturen werden sichtbar.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland sind Coworking-Anbieter (WeWork, Design Offices, Regus/IWG) die sichtbarste Vorstufe von BaaS. Immobilienentwickler wie Edge Technologies und Alstria experimentieren mit vollstaendigen Servicekonzept-Gebaeuden. In Frankfurt, Muenchen und Berlin entstehen Gebaeude, die als vollstaendig serviciert angeboten werden. Das GEFMA White-Paper zu New Work und das Fraunhofer-Institut fuer Arbeitswirtschaft untersuchen BaaS-Konzepte fuer den deutschen Markt. Die Flexibilitaetsanforderungen nach der Corona-Pandemie haben den BaaS-Trend beschleunigt.

Schlüsselbegriffe

BaaS
Buildings as a Service. Modell, bei dem Raumnutzung, Facility-Dienstleistungen und Technologie als integrierte Leistung gegen eine periodische Verguetung angeboten werden.
Flex-Buero
Bueroflaechen, die tages-, wochen- oder monatsweise bezogen werden koennen, einschliesslich Grundausstattung. Vorlaufer des breiteren BaaS-Konzepts.
All-Inclusive-Tarif
Ein fester Betrag je Arbeitsplatz oder Quadratmeter, der alle Leistungen umfasst: Miete, Energie, Reinigung, Sicherheit, IT, Catering. Einfach zu budgetieren.
Space as a Service
Variante von BaaS fuer spezifische Raumtypen: Besprechungsraum, Veranstaltungsort oder Projektraum auf Abruf, ohne langfristige Verpflichtung.
Servicelevel-Differenzierung
Das Angebot verschiedener Leistungsniveaus im selben Gebaeude: Basis, Premium und Enterprise, mit entsprechenden Preisen und Ausstattungen.

So funktioniert es

Im BaaS-Modell bezieht eine Organisation keine Quadratmeter, sondern Arbeitsplaetze oder Arbeitserfahrungen. Der Tarif umfasst alles: Raum, Reinigung, Sicherheit, Catering, IT-Infrastruktur, Raumklima und Instandhaltung. Der Anbieter managt das Gebaeude als Produkt und optimiert die Dienstleistungsqualitaet kontinuierlich auf Basis von Nutzungsdaten.

Fuer FM-Fachleute veraendert BaaS die Rolle grundlegend. Im traditionellen Modell ist FM eine interne Abteilung oder eine ausgelagerte Dienstleistung. Im BaaS-Modell ist FM Teil des Produkts, das der Gebaeudebesitzer verkauft. Die Qualitaet der Facility-Leistung bestimmt direkt die Kundenzufriedenheit und damit den Umsatz des Eigentuemers.

Der Markt befindet sich noch in einem fruehen Stadium. Vollstaendige BaaS-Konzepte beschraenken sich auf Premium-Buerostandorte in Grosstadten. Fuer die meisten Organisationen ist es kurzfristig keine Alternative zu Eigentum oder langfristiger Miete. Aber die Richtung ist klar: Die Grenze zwischen Immobilien und Dienstleistung verwischt, und FM-Fachleute, die diese Konvergenz verstehen, sind besser positioniert.

Verwandte Themen