FM-Zusammenarbeit mit Chefärzten und Fachärzten
Die Zusammenarbeit zwischen Facility Management und medizinischen Fachärzten ist eine der anspruchsvollsten und zugleich wichtigsten Schnittstellen in einer Gesundheitseinrichtung. Medizinische Fachärzte stellen Anforderungen an ihre Arbeitsumgebung, die häufig im Spannungsfeld zu standardisierten FM-Prozessen stehen. Effektive Zusammenarbeit erfordert gegenseitiges Verständnis und strukturierte Abstimmung.
Deutsche Rahmenbedingungen
In deutschen Krankenhäusern sind Chefärzte in der Regel weisungsbefugte Leitungspersonen der jeweiligen Abteilung, Oberärzte und Fachärzte handeln im Rahmen der Abteilungsorganisation. Der Marburger Bund (MB) vertritt ärztliche Interessen in Tarifverhandlungen und gegenüber der Krankenhausleitung. FM-Anfragen laufen über die Abteilung Technischer Betrieb oder die Betriebsdirektion. Die AMEV (Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure) veröffentlicht technische Empfehlungen für die Zusammenarbeit von FM und Medizintechnik. Die DKFM (Deutsche Krankenhausbewirtschaftungsgesellschaft) bietet Leitlinien für das integrale FM im Krankenhaus.
Schlüsselbegriffe
- Medizintechnische Abteilung (MTD)
- Abteilung im Krankenhaus, die für die Wartung und Prüfung medizintechnischer Geräte und Anlagen zuständig ist – Pendant zum FM für medizinische Ausrüstung.
- Behandlungsraumausstattung
- Spezifische Anforderungen, die ein medizinisches Fachgebiet an Einrichtung, Installationen und Hygiene von Behandlungsräumen stellt.
- Downtime
- Zeitraum, in dem ein Behandlungsraum, ein OP oder ein Gerät wegen Wartung oder Umbau nicht verfügbar ist.
- OP-Belegungsplan
- Wöchentliche oder monatliche Planung der Operationskapazitäten je Fachabteilung – maßgeblich für die Terminierung von FM-Maßnahmen.
- Schnittstellenmanagement FM-Medizin
- Strukturierter Prozess zur Abstimmung zwischen FM- und medizinischen Fachabteilungen über Anforderungen, Maßnahmen und Zeitpläne.
Schritt für Schritt vorgehen
Etablieren Sie strukturierte Abstimmungsgespräche zwischen FM und den medizinischen Fachabteilungen. Planen Sie mit jeder Abteilung mindestens ein jährliches Gespräch über geplante Umbaumaßnahmen, Wartungsarbeiten und gewünschte Anpassungen. Nutzen Sie dieses Gespräch, um den Jahresplan abzustimmen: Wann kann ein Operationssaal für Wartungsarbeiten außer Betrieb genommen werden, ohne das OP-Programm zu beeinträchtigen?
Bei Umbaumaßnahmen und größeren Wartungsarbeiten ist frühzeitige Kommunikation entscheidend. Chefärzte und Fachärzte planen ihre Sprechstunden und Operationen Monate im Voraus. Eine Umbaumaßnahme, die eine Woche vor Beginn angekündigt wird, stört den Versorgungsprozess und beschädigt das Vertrauen. Legen Sie ein Kommunikationsprotokoll mit Mindestankündigungsfristen fest: drei Monate für geplante Umbaumaßnahmen, einen Monat für größere Wartungsarbeiten.
Übersetzen Sie medizinische Anforderungen in technische Spezifikationen – gemeinsam mit dem Facharzt und der Medizintechnik. Ein Orthopäde, der sich über die Temperatur im OP beschwert, möchte kein technisches Gespräch über Regelventile, sondern eine Lösung. Sprechen Sie die Sprache des anderen: Übersetzen Sie Ihre technischen Möglichkeiten in die Auswirkungen auf den Versorgungsprozess.
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