Praktijk

Immobilienstrategie für eine Gesundheitsorganisation

Eine Immobilienstrategie übersetzt die Versorgungsstrategie in konkrete Entscheidungen über Gebäude: Welche Immobilien behalten Sie, wo investieren Sie, was veräußern Sie? Ohne Strategie werden Immobilienentscheidungen ad hoc getroffen, mit dem Risiko von Fehlinvestitionen und Fehlanpassungen zwischen Gebäuden und Versorgungsbedarf.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland wird von Krankenhäusern im Rahmen des KHG-Förderverfahrens eine mittelfristige Investitionsplanung erwartet. Die DKG (Deutsche Krankenhausgesellschaft) und die VKD (Verband der Krankenhausdirektoren) veröffentlichen Leitfäden zur strategischen Immobilienplanung. Die KfW fordert im Rahmen von Förderanträgen einen strategischen Immobilienplan. Das Gutachtens-Institut Prognos und das DKI (Deutsches Krankenhausinstitut) analysieren Trends in der Gesundheitsversorgung, die Auswirkungen auf die Immobilienstrategie haben (Ambulantisierung, Zentralisierung, Spezialisierung).

Schlüsselbegriffe

Portfolioanalyse
Systematische Bewertung aller Gebäude nach technischem Zustand, funktionaler Eignung, Belegung und wirtschaftlichem Ertrag.
Ambulantisierung
Trend, bei dem Leistungen zunehmend ambulant statt stationär erbracht werden – mit erheblichen Auswirkungen auf den Gebäudebedarf.
Szenarioplanung
Methode, bei der mehrere Zukunftsszenarien durchgerechnet werden, um die Immobilienstrategie robust gegenüber Unsicherheiten zu gestalten.
Desinvestition
Geordnete Veräußerung von Immobilien, die nicht mehr zur Versorgungsstrategie passen, über Verkauf, Vermietung oder Rückbau.
Nutzwertanalyse
Strukturiertes Bewertungsverfahren, das mehrere Entscheidungsoptionen (Neubau, Sanierung, Anmietung) nach gewichteten Kriterien vergleicht.

Schritt für Schritt vorgehen

Beginnen Sie mit einer Portfolioanalyse: Bewerten Sie jedes Gebäude nach technischem Zustand (Zustandserfassung nach DIN 31051), funktionaler Eignung, Belegungsgrad und wirtschaftlichem Profil. Ordnen Sie die Ergebnisse in einer Matrix an, die zwischen Gebäuden unterscheidet, die Sie erhalten, sanieren, ersetzen oder veräußern. Beziehen Sie die Versorgungsstrategie ein: Wenn die Einrichtung mehr ambulante Leistungen erbringen möchte, passt ein großes stationäres Bettenhaus möglicherweise nicht mehr.

Entwickeln Sie zwei bis drei Szenarien, die Unsicherheiten berücksichtigen: Demografieprognosen, Bundespolitik zur Ambulantisierung und Zentralisierung von Klinikstandorten sowie die Verfügbarkeit von Baugrundstücken in Ihrer Region. Jedes Szenario führt zu einem anderen Immobilienprogramm. Prüfen Sie die wirtschaftliche Tragfähigkeit jedes Szenarios gegen KHG-Förderansätze, KfW-Programme und die Eigenkapitalposition der Einrichtung.

Übersetzen Sie die gewählte Strategie in einen Umsetzungsplan mit konkreten Projekten und Meilensteinen. Welche Gebäude werden wann saniert oder ersetzt? Wo beginnt ein Neubau? Welche Immobilien werden veräußert und über welchen Prozess? Legen Sie die Strategie in einem Dokument fest, das durch die Geschäftsführung oder den Vorstand beschlossen wird, und präsentieren Sie es bei Förderanträgen und gegenüber Kreditgebern.

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