Inklusives Design in Gesundheitsgebäuden
Inklusives Design setzt voraus, dass ein Gesundheitsgebäude für alle Nutzer verwendbar sein muss, unabhängig von ihrer Einschränkung. Es verbindet Universal-Design-Prinzipien mit Healing-Environment-Ansätzen, um Gebäude zu schaffen, die zur Genesung und zum Wohlbefinden beitragen. Für Facility Manager ist inklusives Design der Rahmen für Anpassungen und Verbesserungen.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland verpflichten die UN-BRK (seit 2009 in Kraft), das BGG (Behindertengleichstellungsgesetz) und die DIN 18040-1 (Barrierefreies Bauen – öffentliche Gebäude) zur umfassenden Barrierefreiheit. Die DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) hat Inklusivität als Bewertungskriterium in ihre Gebäudezertifizierung aufgenommen. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) fördert inklusives Bauen. Das Forschungsinstitut für Medizintechnik und Biomaterialien (FHG IBMT) und die Gesellschaft für Gerontotechnik (GGT) veröffentlichen Erkenntnisse zu Healing Environments in der deutschen Versorgungslandschaft.
Schlüsselbegriffe
- Universal Design
- Gestaltungsprinzip, bei dem Gebäude für alle Menschen nutzbar sind, ohne gesonderte Anpassungen – basierend auf sieben international anerkannten Prinzipien.
- Healing Environment
- Gebäudeumgebung, die den Genesungsprozess von Patienten durch Tageslicht, Naturkontakt, Ruhe und individuelle Kontrolle aktiv fördert.
- Orientierungssystem (Wayfinding)
- Integriertes System aus Architektur, Beschilderung und Farbgestaltung, das Nutzern die selbstständige Orientierung im Gebäude ermöglicht.
- Evidence-Based Design
- Gestaltungsmethodik, die wissenschaftliche Erkenntnisse für Entwurfsentscheidungen nutzt, die nachweisbar Gesundheitsresultate beeinflussen.
- Kognitive Barrierefreiheit
- Gestaltung von Räumen und Systemen, die Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder Orientierungsproblemen die selbstständige Nutzung ermöglicht.
Wie es funktioniert
Inklusives Design integriert physische, sensorische und kognitive Barrierefreiheit in die Gebäudegestaltung. Physisch bedeutet das schwellenfreier Zugang, rollstuhlgerechte Räume und angepasste Sanitäranlagen nach DIN 18040-1. Sensorisch umfasst es Kontrastfarben für Sehbehinderte, Akustikmanagement für Hörbehinderte und taktile Leitsysteme. Kognitiv bedeutet logische Wegeführung, einheitliche Piktogramme und eine übersichtliche Raumstruktur.
Healing-Environment-Prinzipien fügen eine weitere Ebene hinzu: viel Tageslicht durch große Fenster und Lichtscheiben, Sicht auf Grün aus Patientenzimmern, natürliche Materialien mit wärmender Wirkung sowie individuelle Steuerung von Temperatur und Beleuchtung. Evidence-Based-Design-Studien zeigen, dass Patienten in Healing Environments schneller genesen, weniger Schmerzmittel benötigen und kürzer hospitalisiert sind.
Für Facility Manager bedeutet inklusives Design, dass Anpassungen und Renovierungen stets an diesen Prinzipien gemessen werden. Ein neuer Bodenbelag muss nicht nur verschleißfest, sondern auch rollstuhltauglich, kontrastreich und schallabsorbierend sein. Neue Beschilderungssysteme müssen nicht nur optisch ansprechend, sondern auch für Menschen mit Seheinschränkung lesbar sein. Schulen Sie Ihr Team, bei jeder Maßnahme die Inklusivitätskriterien einzubeziehen.
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