Praktijk

Nachhaltigkeitsstrategie für Gesundheitsimmobilien

Die Dekarbonisierung von Gesundheitsimmobilien ist eine komplexe Aufgabe, die finanzielle Restriktionen, Versorgungskontinuität und ambitionierte Klimaziele miteinander verbinden muss. Einrichtungen im Gesundheitswesen gehören zu den größten Gebäudeeigentümern Deutschlands, und ihr Gebäudebestand ist häufig veraltet. Eine realistische Nachhaltigkeitsstrategie ist unerlässlich.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland ist das GEG (Gebäudeenergiegesetz, 2020) die zentrale Rechtsgrundlage für energetische Anforderungen. Die BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) und das BMWK (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) verwalten Förderprogramme (BEG – Bundesförderung für effiziente Gebäude). Das Krankenhaus-Barometer des DKI zeigt den Nachholbedarf bei der Gebäudemodernisierung. Die Climate Group Healthcare (Allianz für Klimaschutz im Gesundheitswesen) und die DKG veröffentlichen Leitfäden zur CO₂-Neutralität im Krankenhaussektor bis 2040.

Schlüsselbegriffe

GEG
Gebäudeenergiegesetz – Rechtsrahmen für energetische Mindestanforderungen an Gebäude in Deutschland, löste EnEV und EEWärmeG ab.
BEG
Bundesförderung für effiziente Gebäude – zentrales Förderprogramm für energetische Sanierung und Neubau von Gebäuden, einschließlich Nichtwohngebäuden.
ESCO
Energy Service Company – Unternehmen, das Energiesparing-Investitionen vorfinanziert und aus den realisierten Einsparungen zurückverdient.
Energieaudit
Systematische Bestandsaufnahme des Energieverbrauchs und der Einsparmöglichkeiten je Gebäude – Grundlage für die Nachhaltigkeits-Roadmap.
CO₂-Roadmap
Stufenplan, der beschreibt, wie eine Einrichtung vom aktuellen Energieniveau zu klimaneutralem Gebäudebetrieb gelangt.

Schritt für Schritt vorgehen

Beginnen Sie mit einem Energieaudit aller Gebäude in Ihrer Liegenschaft. Erfassen Sie den aktuellen Verbrauch, das Energieeffizienzlabel und den technischen Zustand von Anlagen und Gebäudehülle. Priorisieren Sie Gebäude nach Verbrauch, verbleibender Nutzungsdauer und Förderfähigkeit. Gebäude, die in zehn Jahren ersetzt werden sollen, erfordern eine andere Strategie als Gebäude mit dreißig Jahren verbleibender Nutzungszeit.

Erstellen Sie eine CO₂-Roadmap, die Maßnahmen zeitlich priorisiert. Kombinieren Sie Quick Wins (LED-Beleuchtung, Rohrdämmung, hydraulischer Abgleich) mit strukturellen Maßnahmen (Fassadendämmung, Wärmepumpen, Photovoltaik). Planen Sie tiefgreifende Maßnahmen zusammen mit geplanten Sanierungen, um Kosten zu teilen und Beeinträchtigungen des Betriebs zu minimieren.

Erkunden Sie Finanzierungswege jenseits der regulären Haushaltsmittel. ESCO-Modelle, BEG-Fördermittel, KfW-Programme (z. B. KfW 261 für Sanierung), Energiecontracting und revolvierende Fonds bieten ergänzende Finanzierungsmöglichkeiten. Berichten Sie über Fortschritte in der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Einrichtung und nutzen Sie die Ergebnisse für die Kommunikation gegenüber Geldgebern und Regulatoren.

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