Concept

Was ist Gesundheitsimmobilien-FM?

Gesundheitsimmobilien sind die Gesamtheit der Gebäude und Liegenschaften, die für die Gesundheitsversorgung genutzt werden: Krankenhäuser, Pflegeheime, psychiatrische Einrichtungen, Rehabilitationszentren und Notaufnahmen. Die Qualität der Immobilien beeinflusst direkt den Pflegeprozess, die Patientensicherheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Facility Management im Gesundheitsbereich geht daher weit über Gebäudeunterhaltung hinaus.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland ist das Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) die zentrale Rechtsgrundlage für die Investitionsförderung von Krankenhäusern. Die Krankenhausbaurichtlinien der Bundesländer regeln bautechnische Anforderungen. Die DKG (Deutsche Krankenhausgesellschaft) und die DVKFM (Deutsche Verbände des Krankenhausfinanz- und -kostenmanagements) veröffentlichen Leitlinien. Die GEFMA-Richtlinie 560 (FM im Krankenhaus) definiert Besonderheiten des Facility Managements im Gesundheitswesen. Der TÜV und die DGUV stellen Anforderungen an Sicherheitsinstallationen und deren Wartung.

Schlüsselbegriffe

KHG
Krankenhausfinanzierungsgesetz – regelt die duale Finanzierung von Krankenhäusern in Deutschland: Betriebskosten über Krankenkassen, Investitionen über die Länder.
GEFMA 560
GEFMA-Richtlinie für Facility Management in Krankenhäusern – beschreibt Besonderheiten, Anforderungen und Qualitätskriterien.
Versorgungsauftrag
Rechtlicher Auftrag einer Einrichtung zur Erbringung definierter Gesundheitsleistungen – bestimmt maßgeblich den Raumbedarf.
Hygieneplan
Einrichtungsspezifisches Dokument, das alle Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle für das FM beschreibt.
Betriebskosten vs. Investitionskosten
Im KHG-System tragen Krankenkassen Betriebskosten; Bundesländer sind für Investitionsfinanzierung (inkl. Bauinvestitionen) zuständig.

Wie es funktioniert

Gesundheitsimmobilien unterscheiden sich von gewerblichen Liegenschaften durch die direkte Verbindung zum Kernprozess: der Patientenversorgung. Die Gebäude müssen spezifische Anforderungen an Infektionsprävention, Brandschutz, Barrierefreiheit und medizinische Installationen erfüllen. Gleichzeitig sollen sie eine heilsame Umgebung für Patienten und Bewohner bieten.

Der Facility Manager im Gesundheitsbereich arbeitet an der Schnittstelle von Gebäudemanagement und Versorgungsqualität. Technische Wartung von medizinischen Gasanlagen, Klimatisierung von Operationssälen und Legionellenprävention sind keine gewöhnlichen Unterhaltungsaufgaben, sondern Voraussetzungen für Patientensicherheit. Dies erfordert spezifisches Fachwissen und Zertifizierungen.

Finanziell steht das Gesundheitsimmobilien-FM unter erheblichem Druck. Die Investitionsfinanzierung durch die Länder hat sich in vielen Bundesländern als unzureichend erwiesen – ein erheblicher Investitionsstau ist die Folge. Facility Manager sind gefordert, Betriebskosten zu senken, ohne Abstriche bei Sicherheit und Qualität zu machen. Das macht das Gesundheitsimmobilien-FM zu einem der anspruchsvollsten Teilbereiche des Facility Managements.

Verwandte Themen