Aktivitätsbasiertes Arbeiten (ABW): Gestaltung nach Aufgabe
Aktivitätsbasiertes Arbeiten (ABW) basiert auf dem Prinzip, dass die Tätigkeit den Arbeitsplatz bestimmt, nicht die Funktion. Mitarbeitende wählen je nach Aufgabe eine passende Umgebung. Für das Facility Management bedeutet dies, ein vielfältiges Raumangebot zu gestalten und zu betreiben.
Deutsche Rahmenbedingungen
Das von Veldhoen + Company in den 1990er Jahren entwickelte Konzept hat weltweit Nachfolge gefunden. In Deutschland setzen es Unternehmen wie SAP, Allianz und viele Bundesbehörden in neueren Bürokonzepten um. Die DIN EN 15221-3 bietet Rahmenwerke für Flächenklassifizierungen, die zu ABW-Zonierungen passen. Die Berufsgenossenschaft für Verwaltung und Versicherung (BGV) und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) haben Empfehlungen zur ergonomischen Gestaltung aktivitätsbasierter Büros veröffentlicht. Das GEFMA bietet in der Richtlinie GEFMA 500 Grundlagen für Flächenmanagement, das ABW-Anforderungen unterstützt.
Schlüsselbegriffe
- ABW-Zone
- Raumtyp, der für eine bestimmte Tätigkeit eingerichtet ist, wie Konzentration, Zusammenarbeit oder Telefonie.
- Heimatbereich
- Spindbereich oder Teambereich, in dem Mitarbeitende persönliche Gegenstände aufbewahren.
- Clean-Desk-Richtlinie
- Vereinbarung, dass Arbeitsplätze nach Nutzung vollständig aufgeräumt werden — Voraussetzung für die gemeinsame Nutzung.
- Zonierung
- Räumliche Aufteilung einer Büroetage in verschiedene Aktivitätszonen.
- Akustischer Komfort
- Der Grad, in dem Geräuschpegel und Nachhallzeit zu der in einer Zone ausgeübten Tätigkeit passen.
So funktioniert es
ABW unterteilt das Büro in Zonen, die jeweils eine bestimmte Tätigkeit unterstützen. Konzentrationsar beit erfordert Ruhe und Abschirmung, Brainstorming erfordert offene Räume mit Whiteboards, und Telefongespräche erfordern schalldichte Telefonzellen. Der Mitarbeitende geht in die Zone, die zur jeweiligen Aufgabe passt.
Für den Facility Manager bringt ABW ein komplexeres Betriebbild. Jede Zone hat unterschiedliche Möbelanforderungen, unterschiedliche Reinigungsfrequenzen und unterschiedliche technische Installationen. Konzentrationsbereiche haben strengere akustische Anforderungen als offene Kollaborationszonen. Die Reinigung verlagert sich von festen Rundgängen zu variablem Einsatz auf Basis von Belegungsdaten.
Die größte Gefahr ist unzureichende Vielfalt. Wenn der Großteil der Etage aus offenen Arbeitsplätzen besteht, fehlt Mitarbeitenden Raum für Konzentration, und sie greifen notgedrungen zum Kopfhörer. Eine gute ABW-Aufteilung basiert auf Aktivitätsprofilen: Messungen, wie Mitarbeitende ihren Arbeitstag tatsächlich verbringen. Diese Daten bilden die Grundlage für das Verhältnis zwischen den Zonen.
Verwandte Themen
Verfolgen Sie die neuesten Nachrichten zu diesem Thema über Hybride werkplek auf FM Radar →