Besprechungsraum-zu-Arbeitsplatz-Verhältnis: Normen und Berechnung
Das Verhältnis zwischen Besprechungsräumen und Arbeitsplätzen bestimmt, ob Mitarbeitende rasch einen Raum finden oder endlos suchen. Beim hybriden Arbeiten verschiebt sich der Bedarf: weniger Schreibtische, aber mehr Bedarf an Besprechungsinfrastruktur.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland gibt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Empfehlungen zu Raumbedarfen in Bürogebäuden. Die ArbStättV Anhang 6 definiert Anforderungen an Besprechungs- und Konferenzräume. Das Fraunhofer-Institut IAO hat in mehreren Büroforschungsprojekten Richtwerte für das Verhältnis von Besprechungskapazität zu Arbeitsplätzen in hybriden Büros erhoben. Die DGUV-Information 215-441 gibt Empfehlungen zur Gestaltung von Büro- und Bildschirmarbeitsplätzen, einschließlich Kommunikationszonen. Die DIN EN ISO 9241-Reihe zur Ergonomie interaktiver Systeme gibt Hinweise auf die Ausstattungsanforderungen für hybride Videomeetings.
Schlüsselbegriffe
- Besprechungsraum-Verhältnis
- Anzahl der Besprechungsplätze oder -räume geteilt durch die Anzahl der Arbeitsplätze am selben Standort.
- Huddle Room
- Kleiner Besprechungsraum für zwei bis vier Personen, geeignet für kurze Abstimmungen und Videogespräche.
- Buchungsauslastung
- Verhältnis zwischen der Anzahl der Buchungsanfragen und der verfügbaren Kapazität in einem Zeitblock.
- Spill-over
- Situation, in der Mitarbeitende mangels Besprechungsräumen auf offene Arbeitsplätze ausweichen.
Anwendung in der Praxis
Eine gängige Faustformel lautet: ein Besprechungsplatz pro zwei Arbeitsplätze — diese Norm verdient jedoch Differenzierung. Analysieren Sie die Besprechungsart: Kurze Stand-ups haben einen anderen Raumbedarf als ganztägige Workshops. Zählen Sie die Buchungen pro Woche, die durchschnittliche Dauer und die Teilnehmerzahl pro Sitzung.
Beim hybriden Arbeiten steigt der Bedarf an kleinen Räumen stark an. Mitarbeitende, die im Büro sind, telefonieren regelmäßig mit Kollegen im Homeoffice. Das erfordert schalldichte Telefonzellen und Huddle Rooms. Ein modernes hybrides Büro hat häufig mehr kleine Räume (2–4 Personen) als große Besprechungssäle (10+).
Messen Sie die tatsächliche Auslastung vorhandener Räume, bevor Sie neue bauen. Deutschen Unternehmensbenchmarks zufolge sind Besprechungsräume im Durchschnitt nur 40 bis 50 Prozent der gebuchten Zeit tatsächlich belegt. Eine No-Show-Richtlinie und automatische Freigabe nach zehn Minuten erhöhen die effektive Kapazität ohne zusätzliche Quadratmeter.
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