Flächennutzung messen: Methoden und Technologie
Ohne Messdaten basiert die Arbeitsplatzplanung auf Annahmen. Flächennutzungsmessungen zeigen, welche Plätze und Räume tatsächlich genutzt werden. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für jede Flächenentscheidung.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland hat die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) sowie die Datenschutzkonferenz der Länder Leitlinien zur Mitarbeiterüberwachung veröffentlicht, die direkt auf Belegungsmessungen anzuwenden sind. Die DSGVO (DS-GVO) verlangt eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) bei systematischer Verarbeitung von Beschäftigtendaten. Das Betriebsverfassungsgesetz § 87 Abs. 1 Nr. 6 gibt dem Betriebsrat Mitbestimmungsrecht bei der Einführung technischer Überwachungseinrichtungen. Die DIN EN ISO 41011 definiert FM-Begriffe einschließlich Flächennutzung als international harmonisierter Referenzrahmen.
Schlüsselbegriffe
- Belegungssensor
- Gerät, das erkennt, ob ein Arbeitsplatz oder Raum genutzt wird, meist über Infrarot oder Radar.
- Badge-Daten
- Zugangsinformationen aus dem Gebäudemanagementsystem, die Anwesenheit pro Etage erfassen.
- WLAN-Zählung
- Methode, bei der die Anzahl verbundener Geräte pro Zugangspunkt als Proxy für die Belegung gezählt wird.
- DSFA
- Datenschutz-Folgenabschätzung — bei Verarbeitungen mit hohem Datenschutzrisiko gemäß DSGVO verpflichtend.
- Heatmap
- Visuelle Darstellung der Belegungsintensität pro Zone oder Zeitpunkt.
Anwendung in der Praxis
Die einfachste Methode ist eine manuelle Zählung: Gehen Sie zu festen Zeiten durch die Etage und notieren Sie, welche Plätze belegt sind. Das ist kostengünstig, aber arbeitsintensiv und liefert begrenzte Datensätze. Für eine Ersterhebung oder Stichprobe ist es ausreichend.
Badge-Daten aus dem Zugangskontrollsystem liefern ein Bild der Anwesenheit pro Etage oder Zone, aber nicht pro einzelnem Arbeitsplatz. WLAN-Zählung bietet eine vergleichbare Genauigkeit bei geringerem Infrastrukturaufwand. Beide Methoden zählen Anwesende, nicht tatsächliche Arbeitsplatznutzung: Jemand kann eingecheckt sein, sitzt aber gerade im Besprechungsraum.
Für arbeitsplatzspezifische Daten sind Untertischsensoren der Standard. Sie erfassen pro Stuhl, ob ein Platz besetzt ist, ohne zu wissen, wer dort sitzt. Die Investition ist höher — rechnen Sie mit 30 bis 80 Euro pro Sensor — aber die Daten sind präzise genug, um Desk-Sharing-Verhältnisse und ABW-Zonierungen zu untermauern. Welche Methode Sie auch wählen: Führen Sie stets eine DSFA durch, bevor Sie beginnen, und informieren Sie Betriebsrat und Mitarbeitende transparent darüber, was Sie messen und warum.
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