Praktijk

Konzentrationarbeitsbereiche gestalten und betreiben

In offenen Büros und ABW-Umgebungen ist Ruhe selten. Konzentrationsbereiche bieten einen Ort für konzentriertes Arbeiten ohne Ablenkung. Ihre Gestaltung und ihr Betrieb erfordern besondere Aufmerksamkeit seitens des Facility Managements.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland regelt die DIN EN ISO 22955 akustische Anforderungen für offene Büroumgebungen. Die VDI 2569 (Schallschutz und akustische Gestaltung im Büro) ist eine weitere wichtige Referenz für die Planung von Konzentrationsbereichen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat die DGUV-Information 215-441 zum Lärmschutz in Büros veröffentlicht. Das ArbSchG und die Lärm-Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) setzen verbindliche Grenzwerte für Lärm am Arbeitsplatz. In der Praxis orientieren sich deutsche FM-Organisationen an den GEFMA-Richtlinien für Flächenmanagement zur Zonierung von Büroetagen.

Schlüsselbegriffe

Konzentrationsbereich
Geschlossener oder abgeschirmter Arbeitsplatz für individuelles fokussiertes Arbeiten mit minimalen Ablenkungen.
Nachhallzeit
Zeit in Sekunden, die Schall benötigt, um um 60 dB abzunehmen — Maß für die akustische Qualität eines Raums.
Sprachprivatsphäre
Grad, in dem Gespräche auf Abstand nicht verständlich sind, ausgedrückt in der Speech Privacy Class.
Schallmaskierung
System, das Hintergrundgeräusche hinzufügt, um Sprachverständlichkeit zu verringern.

Schrittweise Vorgehensweise

Beginnen Sie mit der Bedarfsermittlung. In einem typischen ABW-Büro benötigen 15 bis 25 Prozent der Arbeitsplätze eine Konzentrationsfunktion. Messen Sie die tatsächliche Nutzung über Sensoren oder Beobachtungen, bevor Sie in akustische Verbesserungen investieren.

Die Gestaltung basiert auf drei Säulen: Akustik, Sichtabschirmung und Klima. Streben Sie eine Nachhallzeit unter 0,5 Sekunden an und verwenden Sie Absorptionsmaterial an Wänden und Decken. Platzieren Sie Konzentrationsbereiche vorzugsweise nicht neben Verkehrswegen oder sozialen Zonen. Sorgen Sie für individuelle Klimaregulierung oder zumindest eine gute Belüftung — ein warmer, stickiger Raum lädt nicht zur Nutzung ein.

Betrieb ist mindestens so wichtig wie Gestaltung. Legen Sie klare Nutzungsregeln fest: keine Telefongespräche, keine Beratungen, maximale Aufenthaltsdauer von vier Stunden. Setzen Sie diese Regeln aktiv durch. Ohne Durchsetzung werden Konzentrationsbereiche schnell für Besprechungen oder Videogespräche vereinnahmt. Erwägen Sie ein Buchungssystem mit kurzer maximaler Reservierungsdauer, um eine faire Verteilung zu gewährleisten.

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