Post-Corona-Arbeitsplatsstrategie in Deutschland
Die Pandemie hat den deutschen Büromarkt strukturell verändert. Homeoffice verschob sich von der Ausnahme zur Norm. Organisationen, die ihre Arbeitsplatsstrategie nicht anpassen, bezahlen für Flächen, die leer stehen.
Deutsche Rahmenbedingungen
Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) ist der Anteil der Beschäftigten, die regelmäßig im Homeoffice arbeiten, von rund 4 % vor der Pandemie auf über 25 % gestiegen und hat sich seitdem bei etwa 20-24 % stabilisiert. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) berichten über steigende Büroleerstandsquoten in deutschen Städten. Bundesfinanzminister und Bundesbauministerin haben den Umgang mit bundeseigenen Liegenschaften im Kontext von Hybridarbeit neu bewertet. Studien von JLL Deutschland und CBRE Germany zeigen den 'Flight to Quality'-Trend: Unternehmen wählen kleinere, hochwertigere Büroflächen. Die Bundesagentur für Arbeit analysiert regelmäßig Pendlerdaten und deren Veränderung im Kontext von mobilem Arbeiten.
Schlüsselbegriffe
- Strukturelles Homeoffice
- Homeoffice als dauerhafter Bestandteil der Arbeitswoche, nicht als vorübergehende Notlösung.
- Bürotransformation
- Umbau oder Neugestaltung von Büroflächen, um hybriden Arbeitsmustern gerecht zu werden.
- Flight to Quality
- Trend, bei dem Organisationen weniger, aber qualitativ hochwertigere Büroflächen wählen.
- Magnetfunktion
- Eigenschaft eines Büros, die Mitarbeitende motiviert, dorthin zu kommen statt im Homeoffice zu bleiben.
So funktioniert es
Die Verlagerung hat sich als nachhaltig erwiesen. Deutsche Organisationen benötigen durchschnittlich 15 bis 25 Prozent weniger Bürofläche als vor der Pandemie. Die verbleibende Fläche wird anders genutzt: mehr für Begegnung, weniger für Einzelarbeitsplätze. Das ist der 'Flight to Quality': Unternehmen ziehen in kleinere, hochwertigere Büros an attraktiven Standorten.
Für Facility Manager bedeutet dies eine Neupositionierung. Die Rolle verschiebt sich vom Gebäudebetrieb zur Flächenregie. Es geht nicht mehr um Quadratmeter, sondern um die Qualität der Erfahrung, die das Büro bietet. Reinigung, Catering und Technologie werden auf schwankende Belegung ausgerichtet statt auf eine feste Nutzerzahl.
Strategisch gibt es drei Optionen. Verkleinern: weniger Fläche anmieten und die Einsparung in Qualität investieren. Umgestalten: dieselbe Fläche anders einteilen mit mehr Vielfalt und weniger festen Arbeitsplätzen. Oder untervermieten: überschüssige Fläche an andere Nutzer vergeben. Die Wahl hängt von Mietverträgen, Lage und Organisationsstrategie ab. In allen Fällen ist eine fundierte Belegungsmessung der Ausgangspunkt.
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