Was ist hybrides Arbeiten?
Hybrides Arbeiten ist ein Arbeitsmodell, bei dem Mitarbeitende teils im Büro und teils remote arbeiten. Das Modell hat seit 2020 einen festen Platz in deutschen Organisationen eingenommen. Für Facility Manager verändert es die gesamte Flächenplanung grundlegend.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland gibt es kein spezifisches Gesetz zum Homeoffice-Recht wie in den Niederlanden, jedoch hat das Bundesarbeitsgericht wiederholt Grundsätze zur Arbeitsstätte geklärt. Das Arbeitsstättengesetz (ArbStättV) gilt auch für Telearbeitsplätze: § 2 Abs. 7 definiert Telearbeitsplätze und verpflichtet Arbeitgeber zur Gefährdungsbeurteilung. Die Vereinbarung über mobile Arbeit (BMAS-Referentenentwurf) hat die politische Debatte geprägt. Betriebsvereinbarungen nach BetrVG § 87 regeln in vielen Unternehmen die Ausgestaltung hybrider Arbeit. Die DGB-Richtlinien für mobiles Arbeiten bilden einen weiteren Referenzrahmen für Arbeitnehmerinteressen.
Schlüsselbegriffe
- Hybrides Arbeitsmodell
- Organisationsweite Vereinbarung über die Aufteilung zwischen Büro- und Homeoffice-Tagen.
- Arbeitsplatzverhältnis
- Verhältnis zwischen der Anzahl verfügbarer Arbeitsplätze und der Anzahl der VZÄ, die diese nutzen.
- Anwesenheitsprofil
- Durchschnittliche Auslastung pro Wochentag, Grundlage für die Flächenplanung.
- Telearbeitsvereinbarung
- Betriebsvereinbarung oder individuelle Vereinbarung, die die Bedingungen der Arbeit außerhalb des Büros regelt.
- Spitzenlastfaktor
- Das Verhältnis zwischen der maximalen gleichzeitigen Belegung am verkehrsreichsten Tag und der durchschnittlichen Belegung.
So funktioniert es
Beim hybriden Arbeiten legt die Organisation einen Rahmen fest, innerhalb dessen Teams ihre Anwesenheit selbst planen. Üblicherweise werden zwei bis drei feste Bürotage pro Woche vereinbart, ergänzt durch Homeoffice-Tage. Der Facility Manager übersetzt dies in ein Arbeitsplatzverhältnis: Wo früher jeder Mitarbeitende einen festen Platz hatte (Verhältnis 1:1), genügt beim hybriden Arbeiten häufig ein Verhältnis von 0,6 bis 0,8.
Die Verlagerung hat direkte Auswirkungen auf den Gebäudebetrieb. Der Energieverbrauch schwankt stärker pro Tag, die Reinigungsfrequenz muss sich an die Belegung anpassen, und Cateringmengen werden schwieriger zu prognostizieren. Gleichzeitig bietet es Chancen: Weniger Quadratmeter bedeuten niedrigere Flächenkosten, sofern die verbleibenden Flächen intelligent gestaltet werden.
Erfolgreiches hybrides Arbeiten erfordert Daten. Sensoren, Buchungssysteme und Badge-Registrierungen liefern Belegungsinformationen, die der Facility Manager nutzt, um Flächen anzupassen. Ohne diese Daten bleibt es Schätzarbeit — und man hält entweder zu viele oder zu wenige Arbeitsplätze vor.
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