Workplace-Strategy-Consultant im FM: Aufgaben und Profil
Der Workplace-Strategy-Consultant ist das Bindeglied zwischen Unternehmensstrategie und physischer Arbeitsumgebung. Die Rolle vereint Datenanalyse, Change Management und FM-Expertise. In vielen Organisationen ist es eine interne FM-Funktion oder ein hinzugezogener Spezialist.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland bieten Beratungsunternehmen wie Drees & Sommer, Cushman & Wakefield und Colliers Workplace-Strategie-Beratung an. Das GEFMA hat im Kompetenzrahmen FM Workplace-Strategie als Spezialisierung benannt. Die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und die TH Köln bieten Masterstudiengänge mit Schwerpunkten im strategischen FM und der Arbeitsplatzgestaltung an. Die RICS (Royal Institution of Chartered Surveyors) Deutschland bietet eine Professional Development-Reihe zu Workplace Strategy an. Die Evidence-based Design-Bewegung gewinnt auch im deutschen Kontext an Bedeutung, unterstützt durch Forschung des Fraunhofer IAO.
Schlüsselbegriffe
- Arbeitsplatsstrategie
- Langfristige Vision zur Gestaltung und Nutzung der physischen Arbeitsumgebung, abgestimmt auf Unternehmensziele.
- Raumprogramm
- Dokument, das funktionale und technische Anforderungen an den Arbeitsplatz als Grundlage für Planung oder Umbau festhält.
- Post-Occupancy-Evaluation
- Systematische Bewertung eines Arbeitsplatzes nach der Inbetriebnahme mit Fokus auf Nutzerzufriedenheit und Funktionalität.
- Stakeholder-Mapping
- Inventarisierung der beteiligten Parteien und ihrer Interessen bei Veränderungen der Arbeitsumgebung.
- Business Case Flächenmanagement
- Finanzielle Begründung einer Arbeitsplatzveränderung einschließlich Einsparungen bei Miete, Energie und Betrieb.
Aufgaben und Verantwortlichkeiten
Der Workplace-Strategy-Consultant beginnt mit der Analyse. Durch die Kombination von Belegungsdaten, Mitarbeiterzufriedenheitsumfragen und Unternehmensprognosen entsteht ein Bild des aktuellen und zukünftigen Flächenbedarfs. Dies mündet in ein Raumprogramm, das Gestaltung, Technologie und Serviceniveaus ausrichtet.
Anschließend begleitet der Consultant den Gestaltungsprozess. Gemeinsam mit Architekten, IT und HR werden Konzepte entwickelt und an den Anforderungen geprüft. Der Consultant stellt sicher, dass Umsetzbarkeit aus FM-Sicht nicht unter architektonischen Ambitionen begraben wird: Ein schönes offenes Atrium ist wertlos, wenn es die Raumakustik auf dem Bürogeschoss zerstört.
Nach der Fertigstellung folgt die Post-Occupancy-Evaluation. Der Consultant misst, ob der Arbeitsplatz wie beabsichtigt funktioniert, und steuert nach, wo nötig. Diese Phase wird oft übersprungen, ist aber unverzichtbar: Ohne Evaluation weiß man nicht, ob die Investition die gewünschte Wirkung hatte. Ein guter Consultant plant Evaluierungstermine drei, sechs und zwölf Monate nach Inbetriebnahme.
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