ATEX-Zonen und Reinigung
Reinigungsarbeiten in ATEX-Zonen erfordern spezifisches Wissen über Explosionsschutz. Ein falscher Staubsauger, funkenerzeugendes Werkzeug oder elektrostatische Entladung kann eine Explosion auslösen. Als FM-Fachmann sind Sie für die Einhaltung des ATEX-Regelwerks bei allen Reinigungsaktivitäten in klassifizierten Bereichen verantwortlich.
Deutsche Rahmenbedingungen
Die ATEX-Richtlinien (2014/34/EU für Geräte und 1999/92/EG für Arbeitsplätze) sind in Deutschland über die 11. ProdSV (Explosionsschutzproduktverordnung) und die BetrSichV (§§ 15–17 Explosionsschutz) umgesetzt. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, ein Explosionsschutzdokument (ESD) gemäß § 6 GefStoffV zu erstellen. Die TRBS 2152 (Gefährliche explosionsfähige Atmosphären) konkretisiert die technischen Anforderungen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und die Berufsgenossenschaften überwachen die Einhaltung.
Schlüsselbegriffe
- ATEX-Zone
- Bereichsklassifizierung nach Häufigkeit des Auftretens einer explosionsfähigen Atmosphäre. Zone 0/20 (ständig), Zone 1/21 (gelegentlich), Zone 2/22 (selten, aber möglich).
- Explosionsschutzdokument (ESD)
- Pflichtdokument, in dem der Arbeitgeber festhält, welche Explosionsrisiken vorhanden sind, welche Zonen klassifiziert wurden und welche Schutzmaßnahmen ergriffen wurden.
- ATEX-Gerätekategorie
- Klassifizierung von Geräten nach dem Schutzgrad. Kategorie 1 (Zone 0/20), Kategorie 2 (Zone 1/21), Kategorie 3 (Zone 2/22).
- Zündquellen
- Potenzielle Auslöser für Zündung: Funken, heiße Oberflächen, statische Elektrizität, Reibungswärme. Bei Reinigungsarbeiten sind statische Aufladung und Funken die größten Risiken.
- EX-zugelassenes Betriebsmittel
- Geräte, die für den Einsatz in einer bestimmten ATEX-Zone zertifiziert sind. Tragen das hexagonale EX-Kennzeichen mit Angabe der Kategorie und Schutzart.
Was das Gesetz verlangt
Die BetrSichV verpflichtet Arbeitgeber, ein Explosionsschutzdokument für alle Bereiche zu erstellen, in denen Explosionsgefahr entstehen kann. Dieses Dokument enthält die Zoneneinteilung, die identifizierten Zündquellen und die getroffenen Schutzmaßnahmen. Für Reinigungsarbeiten in diesen Zonen müssen Sie sicherstellen, dass das ESD aktuell ist und die Reinigungstätigkeit darin berücksichtigt ist.
Alle Geräte, die in einer ATEX-Zone verwendet werden, müssen für die jeweilige Zone zertifiziert sein. Dies gilt für Staubsauger, Hochdruckgeräte, Beleuchtung und auch Handwerkzeuge. In Zone 1 dürfen ausschließlich Geräte der mindestens Kategorie 2 eingesetzt werden. Mitarbeiter müssen antistatische Kleidung und Schuhwerk tragen, und alle Geräte müssen geerdet sein, um statische Aufladung zu verhindern.
Sie sind verpflichtet, ein Erlaubnisscheinverfahren für Reinigungsarbeiten in ATEX-Zonen einzusetzen. Der Erlaubnisschein beschreibt die Tätigkeiten, Sicherheitsmaßnahmen, einzusetzende Geräte und die Gültigkeitsdauer. Vor Arbeitsbeginn führt das Reinigungspersonal eine LMRA durch. Bei Abweichungen von den Standardbedingungen – zum Beispiel unerwartete Gaserkennung – müssen die Arbeiten sofort eingestellt werden. Dokumentieren Sie alle Erlaubnisscheine und bewahren Sie sie entsprechend der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist auf.
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